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Zuletzt aktualisiert: 17.08.2012 um 14:36 UhrKommentare

Naht das Ende der Euro-Zone?

Finnlands Außenminister hat die Länder Europas aufgefordert, sich auf ein Ende der Euro-Zone vorzubereiten und sorgt damit für Verwirrung. Finnlands Europa-Minister rudert zurück: "Stehen zu 100 Prozent zum Euro".

Foto © Fotolia.com/Calado

Der finnische Außenminister Erkki Tuomioja hat am Freitag mit Aussagen über einen möglichen Zerfall der Eurozone für Wirbel gesorgt. Sein Land habe bereits Vorbereitungen für das Ende der Währungsunion getroffen, sagte er in einem Interview mit der britischen Zeitung "Daily Telegraph".

Er riet anderen europäischen Staaten, ebenfalls Vorkehrungen für ein solches Szenario zu treffen. "Wir müssen uns offen auf die Möglichkeit eines Zerfalls der Eurozone vorbereiten", forderte Tuomioja.

"Das ist nicht etwas, das jeder in Finnland befürwortet, geschweige denn die Regierung." Ein Auseinanderbrechen des Euro würde aber nicht das Ende der Europäischen Union bedeuten, so Tuomioja. Im Gegenteil: "Es könnte der EU helfen, besser zu funktionieren."

Finnlands Europa-Minister Alexander Stubb versuchte Zweifel an der finnischen Unterstützung für den Euro zu zerstreuen. Finnland stehe zu "100 Prozent" zum Euro, sagte Stubb der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich will deutlich machen, dass die Spekulationen des Außenministers nicht die Position der Regierung widerspiegeln".

Neue Töne seitens der ÖVP

In Österreich hat unterdessen Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) in einem Interview mit dem "Kurier" (Freitag) erklärt, man brauche im Falle von Ländern, die sich nicht an Verpflichtungen halten, "Möglichkeiten, dass man jemanden aus der Währungsunion rausschmeißt." Wenn es diese Regel schon gäbe, "hätte man schon Konsequenzen ziehen müssen", so der ÖVP-Chef, ohne jedoch Griechenland in diesem Zusammenhang namentlich zu erwähnen. Eine Vertragsänderung, die zum Ausschluss eines Landes aus dem Euro-Raum nötig wäre, brauche allerdings Zeit - schätzungsweise fünf Jahre.

BZÖ-Chef Josef Bucher kritisierte daraufhin am Freitag die Aussagen Spindeleggers als "Scheinschwenk". Die ÖVP habe das BZÖ für diese Forderungen immer "als schlechte Europäer verunglimpft", jetzt kopiere sie "in ihrer Umfrageverzweiflung" die Linie des BZÖ. Als Nagelprobe werde das BZÖ in der nächsten Sitzung des Nationalrates einen Antrag auf Vertragsänderung nach Wunsch Spindeleggers einbringen. "Österreich muss sich endlich auf das leider kommende Auseinanderbrechen der Euro-Zone vorbereiten", meinte Bucher in einer Aussendung.


Wikipedia

Als Euro-Zone (amtlich auch Euro-Währungsgebiet oder Euroraum) wird die Gruppe der EU-Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Die Eurozone besteht derzeit aus 17 EU-Staaten und wird deswegen auch als Euro-17 bezeichnet.

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