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Zuletzt aktualisiert: 25.07.2012 um 08:18 UhrKommentare

Rettungsschirm droht ein Loch

Die US-Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die Bonität des Euro-Rettungsfonds EFSF von stabil auf negativ gesenkt. Die Kreditwürdigkeit bleibt vorerst bei AAA - allerdings ist ein negativer Ausblick der erste Schritt für eine Abwertung.

Foto © APA

Nach Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden droht nun auch dem Euro-Rettungsfonds EFSF eine Abwertung seiner Bonität durch die US-Ratingagentur Moody's. Die Agentur senkte am Dienstag die Aussichten für die Kreditwürdigkeit des EFSF von stabil auf negativ. Zur Begründung verwies Moody's auf ein ähnliches Vorgehen bei Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg am Vortag, die zu den Hauptgaranten des Rettungsschirms gehörten.

Wie zuvor bei den drei Euroländern beließ Moody's auch dem EFSF die Bestnote AAA für die Kreditwürdigkeit. Allerdings ist ein negativer Ausblick der erste mögliche Schritt für eine Abwertung.

Moody's warnte, der Fonds könnte seine Bestnote innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate verlieren. Dies wäre vor allem der Fall, wenn den wichtigsten Bürgen ebenfalls ihre Topnote entzogen würde. Für die Entscheidung, die Aussichten unter anderem für Deutschland auf "negativ" zu setzen, hatte die US-Ratingagentur die "wachsende Unsicherheit" über den Ausgang der Schuldenkrise in der Eurozone angeführt.

Zinsen in Gefahr

Der Rettungsfonds EFSF war im Jahr 2010 ins Leben gerufen worden, um den angeschlagenen Euroländern unter die Arme greifen zu können. Die benötigten Mittel leiht sich der Fonds am Finanzmarkt, die Euroländer garantieren dafür. Bisher muss der Fonds vergleichsweise niedrige Zinsen zahlen, da er mit der besten Kreditwürdigkeit (AAA) bewertet wird.

Der Fonds finanziert derzeit Finanzhilfen für Irland und Portugal und unterstützte Griechenland bei der Rekapitalisierung seiner Banken. Auch den spanischen Banken sollen zunächst Hilfen aus dem EFSF-Topf zugutekommen. Der EFSF-Fonds soll durch den dauerhaften Rettungsfonds ESM ersetzt werden.


Fakten

Spanien gilt als möglicher Kandidat für eine Flucht unter den Euro-Rettungsschirm.

Auf dem Gipfel Ende Juni hatten die Staats- und Regierungschefs der Eurozone mehrere Schritte vereinbart, um "den Teufelskreis zwischen Banken und Staatsanleihen" zu durchbrechen, die der Regierung in Madrid kurz- sowie mittelfristig helfen könnten.

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