Griechen in der EU: "Todsünde"
Der ehemalige Finanzminister Theo Waigel bezeichnet die Aufnahme Griechenlands in die Währungsunion in einem Interview als "Todsünde". Europa dürfe sich nicht erpressen lassen, das Sparpaket nicht aufgeweicht werden.

Foto © APHarte Worte für Griechenland vom früheren CSU-Politiker und Finanzminister Theo Waigel
"Griechenland hätte nie in die Euro-Zone gehört. Die Aufnahme war eine Todsünde", bekannte der ehemalige deutsche Finanzminister Theo Waigel, einer der Gründerväter des Euro, in einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Wiener Nachrichtenmagazin "profil". Die Verantwortung für diesen "gravierenden Fehler" liege zuallererst bei Griechenland, weil es die Zahlen gefälscht habe, sagte der frühere CSU-Politiker laut Vorausmeldung. Der Rest der EU trage jedoch eine "gravierende Mitschuld".
"Man hätte wissen müssen, dass mit den Zahlen etwas nicht stimmt", so Waigel, der heute dafür plädiert, dass sich Europa nicht "erpressen" lassen dürfe. "Die Sparpakete dürfen auf keinen Fall aufgeweicht werden. Wenn Griechenland seine Sparvereinbarungen nicht einhält, muss es seinen eigenen Weg gehen."
Als weiteren "Kardinalfehler" der Gemeinschaftswährung führt Waigel in dem "profil"-Interview an, dass Deutschland unter der rot-grünen Regierung und Frankreich im Jahr 2004 "durchboxten, dass ihre Defizitsünden ungesühnt bleiben. Das ermunterte alle kleinen Staaten, sich fröhlich zu verschulden."











