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    Zuletzt aktualisiert: 11.06.2012 um 22:03 UhrKommentare

    Spanien: Katerstimmung nach der Rettung

    EU-Milliarden für Spaniens Banken sorgen für kurze Erleichterung. Die Finanzmärkte sehen aber noch Gefahr: Wie geht die Griechen-Wahl aus? Und ist Italien oder Zypern als Nächstes dran?

    Katerstimmung auch an den europäischen Börsen

    Foto © ReutersKaterstimmung auch an den europäischen Börsen

    Der Auftakt der Börsenwoche galt als erste Prüfung dafür, ob die Aussicht auf eine Milliardenspritze für Spaniens Banken das Vertrauen stärkt. Doch der Test ging wenig erfreulich aus. Die Aktienkurse erholten sich nur kurz und die Zinsen auf dem Geldmarkt blieben für das Krisenland horrend hoch. Dies nährte Befürchtungen, dass auch der 100-Milliarden-Kredit, den der Euro-Rettungsfonds zugesagt hatte, den Zinsdruck nicht wesentlich verbessern werde. Denn die Sorgen kehrten rasch zurück: Wie werden die griechischen Wahlen am Wochenende ausgehen? Und: Ist Italien oder Zypern das nächste Land, das Hilfe braucht?

    "Was ist das doch für eine schlechte Zeit!"

    Für langfristige Anleihen verlangen Investoren weiterhin 6,5 Prozent Zinsen von Spanien, womit für das überschuldete Land die Aufnahme dringend benötigter Kredite auf Dauer unbezahlbar wird. Die EU-Kommission forderte Spanien derweil auf, den offiziellen Hilfsantrag "schnell" zu stellen, um die Unsicherheit zu beenden. Bisher gibt es nur eine Absichtserklärung zwischen der Euro-Gruppe und der Regierung in Madrid. "Was ist das doch für eine schlechte Zeit!", rief Spaniens König Juan Carlos aus, als er am Montag dem neuen Chef der spanischen Zentralbank zum Amt gratulierte. Luis Maria Linde soll die Sanierung des Bankensektors überwachen und dafür sorgen, dass die Hilfen ordnungsgemäß verwendet und damit verbundene Auflagen beachtet werden.

    "Der Geber stellt Bedingungen"

    Welche Auflagen dem Bankensektor konkret gemacht werden, ist noch unklar und wird wohl erst nach Eintreffen des Rettungsantrags verkündet werden. Doch EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia stellte bereits klar, dass die "Troika" aus EU-Kommission, Zentralbank und Weltwährungsfonds die Sanierung der Finanzinstitute streng kontrollieren werde. "Der Geber stellt Bedingungen und will wissen, was mit seinem Geld geschieht." Dazu werden vermutlich Zwangsfusionen, eine Kappung der Vorstandsgehälter sowie Dividenden und eine transparente Buchhaltung gehören.

    Die EU-Kommission ließ zudem durchblicken, dass auch der formelle Hilfsempfänger Spanien, der den Notkredit an die Banken weiterleiten soll, hundertprozentig alle bisher schon gemachten Reformauflagen erfüllen müsse. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte, dass in dem Falle, dass die Banken den Kredit nicht zurückzahlen könnten, "Spanien dafür haftet". Spanien leidet unter hohen Haushaltsschulden und ist daher für die Bankenrettung auf Hilfe angewiesen.

    RALPH SCHULZE, MADRID

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