Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
25. Mai 2013 23:35 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Home » Politik » EU
Statusängste in der Vorstadt EU-Kommission erwägt Stopp für 1- und 2-Cent-Münzen Voriger Artikel Aktuelle Artikel: EU Nächster Artikel Statusängste in der Vorstadt EU-Kommission erwägt Stopp für 1- und 2-Cent-Münzen
Zuletzt aktualisiert: 24.05.2012 um 21:45 UhrKommentare

Wien bangt um 9,1 Milliarden Euro

Die EU hofft auf den Verbleib der Griechen in Euro-Zone, allerdings nicht um jeden Preis. Notfallpläne werden auch in Österreich bereits ausgearbeitet. Sicher ist: Der Ausstieg würde kosten.

Foto ©

Dass man auch in Wien mit Hochtouren an Notfallplänen für einen griechischen Euro-Austritt arbeite, will man im Finanzministerium wie auch in der Nationalbank nicht bestätigen - zumindest offiziell nicht. Dass etwas im Busch ist, zeigt die Aussage eines hohen Beamten: "Das Verteidigungsministerium veröffentlich auch nicht den Einsatzcode des Eurofighters." Einen Schritt weiter geht Ewald Nowotny, der Gouverneur der Nationalbank: "Eine gute Bank muss für alle Eventualitäten gerüstet sein, aber sie muss nicht über alle Fragen sprechen."

Ein griechischer Austritt aus der Euro-Zone könnte dem Steuerzahler teuer zu stehen kommen. So schuldet der griechische Staat laut einem aktuellen Bericht des Brüsseler CEPS-Instituts den anderen Ländern rund 313 Milliarden Euro. Inklusive privater Gläubiger sind es 372 Milliarden Euro. Der österreichischen Staat hängt mit 9,1 Milliarden Euro in Griechenland, private Gläubiger mit weiteren 1,8 Milliarden. .

Die Frage eines griechischen Austritts wurde auf dem EU-Gipfel in Brüssel von den Regierungschefs nicht direkt angesprochen. An sich hoffen die Europäer auf einen Weiterverbleib des Landes in der Euro-Zone, allerdings hängt es auch von der Bereitschaft der Griechen zu energischen Reformen und der Beendigung des Schlendrians ab.

Rechtlich ist ein Rauswurf der Griechen gar nicht möglich, Athen müsste von sich aus den Abschied ("Gexit") verkünden. Völlig ungewiss sind vor allen die wirtschaftlichen Implikationen. Neben der Wiedereinführung der Drachme ist auch die Einführung einer Parallelwährung ("Geuro") vorstellbar. Der Ausstieg würde zunächst einmal den wirtschaftlichen Kollaps des Landes nach sich ziehen.

Hollande trumpft auf

Beim Brüsseler Gipfel hatte der neue französische Präsident Francois Hollande seinen ersten großen Auftritt auf europäischer Bühne. Der deutschen Kanzler Angela Merkel war nach der Sitzung nicht gerade zum Spaßen zumute, Hollande hatte der Kanzlerin mit seinem beharrlichen Eintreten für mehr Wachstum und auch die Eurobonds die Laune verdorben. Über weite Strecken war Merkel mit ihren Positionen sogar isoliert. "Mit Sarkozy hatte Merkel noch leichtes Spiel, Hollande ist allerdings ein harter Knochen, der beharrlich an seinen Positionen festhält", so ein Insider.

"Growth-sterity"

Mehr Wachstum ist auf europäischer Ebene derzeit die Devise, allerdings nicht auf Kosten des Sparens, sondern als Ergänzung. Das Schlagwort der "Growthsterity" (Kombination von Growth und Austerity" macht seit Dienstag in Europa die Runde.

Seit dem Ausbruch der Krise ist die Fluktuation unter den Gipfel-Teilnehmern groß. Ein Dutzend Regierungschefs wurden bereits aus ihren Ämtern gefegt. Bundeskanzler Werner Faymann zählt bereits zu den Gipfel-Oldies. Nach dem Treffen übt sich Hollande in neuer Bescheidenheit - und fährt mit dem Auto zurück ins 330 Kilometer entfernte Paris. Bei der Herfahrt hatte er dem Zug den Vorzug vor dem Flugzeug gegeben.

MICHAEL JUNGWIRTH

Kommentar

MICHAEL JUNGWIRTHDie Wahl zwi... von MICHAEL JUNGWIRTH

"Ausstieg wäre ein schlimmes Szenario"

Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo, Karl Aiginger, hält es für eine reine Vorsichtsmaßnahme, sich auf einen Austritt Griechenlands aus dem Euro vorzubereiten. "Das muss man auch bei einer nur relativ geringen Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent machen." Grundsätzlich sei ein Euro-Ende in Griechenland für ihn ein schlimmes Szenario.

Ein Austrittsprozess bedinge längere Zeit enorme rechtliche Unsicherheiten und werfe viele grundsätzliche Fragen auf etwa in welcher Währung Gläubiger ihre Verbindlichkeiten zu zahlen hätten oder Banken wegen eines möglichen Bankenruns geschlossen werden müssten und wer schließlich die Banken rette. "Wenn die gesamte Abwicklung des Griechenland-Ausstiegs aus dem Euro gut durchdacht ist, kann es funktionieren. Ich glaube das aber nicht. In einer solchen Notsituation werden die griechischen Strukturen erst recht nicht funktionieren", befürchtet der Ökonom. Er kenne auch keine seriösen Kostenschätzungen eines Euro-Ausstiegs.

Foto

Foto © KLZ

Bild vergrößernEuro-Austritt wäre teuerFoto © KLZ

KLEINE.tv

Zyperns Banken wieder "flüssig"

Die Banken in Zypern haben wieder geöffnet. Der große Ansturm ist bisher...Bewertet mit 3 Sternen

 

Bilderserien

Zyprioten holen Scheine ab 

Zyprioten holen Scheine ab

 

Griechenland in der Krise





Seitenübersicht

Zum Seitenanfang