"Jetzt hat das Endspiel begonnen"
ATHEN/BRÜSSEL. Für Griechenland wird die Lage immer bedrohlicher. Erstmals bestätigte ein Mitglied der EU-Kommission, dass es Notfallszenarien für den Fall eines Euro-Austritts des hoch verschuldeten Landes gibt. Ein Sprecher der EU-Kommission verneinte anschließend prompt, dass an derartigen Ausstiegsszenarien gearbeitet werde. EU-Handelskommissar Karel de Gucht warnte indes in einem Interview der belgischen Zeitung "De Standaard": "Das Endspiel hat begonnen und ich weiß nicht, wie es ausgehen wird." Die Gefahr der Ansteckung anderer Euroländer wie Spanien und Italien schätzt er als verkraftbar ein: "Vor eineinhalb Jahren mag die Gefahr eines Domino-Effekts bestanden haben." Er fügte hinzu: "Aber nun arbeiten Abteilungen in der Europäischen Zentralbank und in der Europäischen Kommission an Notfall-Szenarien für den Fall, dass es Griechenland nicht schafft." Einzelheiten wollte er nicht nennen.
Ein Sprecher der EU-Kommission wies die Aussagen in Brüssel indes zurück: "Die EU-Kommission bestreitet, dass sie an einem Austritts-Szenario für Griechenland arbeitet. Die EU-Kommission will, dass Griechenland im Euroraum bleibt."
De Gucht führte die Folgen eines Euro-Ausstiegs für das Land vor Augen: "Im Fall eines solchen Austritts wäre das Chaos in Griechenland enorm." Der Staat werde weder Beamte bezahlen noch Renten anweisen können, die Inflation werde in die Höhe schnellen. Aus Athen berichtet der Bankenverband, dass nach dem Ansturm auf griechische Banken zum Wochenbeginn der Betrieb wieder normal laufe.
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"Die Lage ist extrem kompliziert": Spaniens Regierungschef Mariano RajoyFoto © APA











