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    Zuletzt aktualisiert: 18.05.2012 um 12:11 UhrKommentare

    Die vergessenen Versprechen der Mächtigen

    Europa muss beim G8-Gipfel schon wieder zerknirscht erklären, warum man die Euro-Krise nicht in den Griff bekommt. Dabei standen früher ganz andere Dinge auf der Tagesordnung: Soziale Gerechtigkeit, Armut in der Welt, Hunger und Klimaschutz - alles vergessen?

    Aktivisten vor dem Gipfel: Erinnert sich keiner an die alten Themen?

    Foto © APAktivisten vor dem Gipfel: Erinnert sich keiner an die alten Themen?

    Der Gegensatz ist krass. Hier die Blockhaus-Idylle von Camp David beim G-8-Treffen der Mächtigen auf dem Landsitz von US-Präsident Barack Obama. Dagegen in Armenhäusern wie Afrika der Hunger vieler Millionen Menschen. "Ihr könnt sie retten!" So lautet die Protestbotschaft der Gipfel-Kritiker an die Regierungschefs bei ihrem Treffen in den USA an diesem Wochenende.

    Viele Entwicklungsorganisationen setzten ihre Hoffnungen auf Obama - und auf die deutsche Kanzlerin. Vom US-Präsidenten wird als Gastgeber eine neue G8-Initiative für sichere Ernährung erwartet. Am besten schon an diesem Freitag bei einem Symposium mit Obama, seiner Außenministerin Hillary Clinton sowie afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Washington.

    "Von dem Treffen muss ein starkes Signal ausgehen", fordert Tobias Kahler, Deutschland-Chef der Lobbyorganisation One. "Über eine Milliarde Menschen gehen immer noch jeden Abend hungrig ins Bett." Auch U2-Sänger Bono soll den Regierenden der reichsten Nationen zur Konferenz einmal mehr ins Gewissen reden, er ist Mitgründer von One.

    Deutschland im Fokus

    Die Gruppe der Acht, das sind die Industrienationen USA, Kanada, Japan, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Mit am Verhandlungstisch: die Spitze der EU. Außer auf Obama schauen dabei alle auf Angela Merkel. Auch die Hilfsorganisationen in ihrem Kampf gegen Hunger, Agrarspekulanten, Landräuber und Steueroasen.

    "Deutschland ist das wichtigste Land, das mit voranzutreiben", sagt Kahler. Die Kanzlerin habe als dienstälteste Regierungschefin des Gipfels besonderes politisches Gewicht. Deutschland steht zudem wirtschaftlich im Vergleich noch immer gut da. "Deutschland ist das zweitgrößte Geberland international und kann ganz besondere Akzente setzen."

    Es geht ums Geld. Um dessen gerechte Verteilung. Und um ein Versprechen. Die Nichtregierungsorganisationen (NGO, Non-Governmental Organizations) erinnern die G8 an ihr Wort: 2009 sagte der Gipfel im italienischen L'Aquila 22 Milliarden US-Dollar für sichere Ernährung und Landwirtschaft bis 2013 zu. Nur rund ein Fünftel bis höchstens die Hälfte sei davon wohl bisher geflossen, schwanken die Schätzungen der Kritiker.

    "Wir fordern einen ganz klaren Auszahlungsplan für die damals versprochenen Hilfen", sagt Marwin Meier, Gesundheitsexperte der Entwicklungsorganisation World Vision. "Sonst haben wir wieder ein gebrochenes G8-Versprechen. Das nagt am Ruf der G8-Gruppe."

    Große Sorgen

    One mahnt zusätzlich einen neuen Aktionsplan für 30 der ärmsten Länder an. Er könne 50 Millionen Menschen aus extremer Armut befreien und 15 Millionen Kinder vor den Folgen von Mangelernährung retten, sagt Kahler. Jährlich erlitten 178 Millionen Kinder durch chronische Mangelernährung unheilbare Entwicklungsstörungen. "Diese Kinder werden niemals in der Lage sein, sich selbst aus dieser Armut zu befreien. Das ist ein Teufelskreis aus Armut und Hunger."

    Ein anderes Übel: Spekulationsgeschäfte mit Ackerland - sogenanntes Landgrabbing (Landnahme). Investoren und Konzerne sichern sich riesige Ackerflächen und Plantagen. Auf Kosten von Kleinbauern, warnen Hilfsorganisationen wie Oxfam. Das müsse auch G8-Thema sein, fordert Jörn Kalinski von Oxfam Deutschland und empfiehlt die neuen freiwilligen Regeln der Vereinten Nationen zur Übernahme. "Die sind das Beste, was es dazu momentan an Übereinkunft gibt."

    Die großen Sorgen der Entwicklungsaktivisten: Euro-Drama und Wirtschaftskrise. Das Schlimmste wäre in ihren Augen ein G-8-Gipfel, der sich nur um sich selbst dreht. Merkel muss den Euro retten. Obama will die US-Präsidentenwahl im November gewinnen.

    Ursprünglich wollte Obama G8 und Nato im Doppelpack in seine politische Heimat Chicago holen. Demonstranten aller Couleur sagten sich an. Obama schwenkte um. Das abgeschirmte Camp David eineinhalb Autostunden von Washington entfernt ist nun die Zuflucht der G-8, ehe ab Sonntag in Chicago das bisher größte Nato-Treffen folgt. Der Rückzug der G-8-Chefs ans Kaminfeuer gefällt World-Vision-Experte Meier gar nicht: "Das ist kein gutes Signal."


    Mahnung an Europa

    Die USA haben Europa vor dem G8-Gipfel aufgerufen, entschlossener gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise vorzugehen.

    Zwar wolle man Europa keine Vorschriften machen. Doch es müssten "weitere Schritte" unternommen werden, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Mittwoch in Washington. Dabei gehe es vor allem um mehr Wachstum und um mehr Jobs.

    Wo ist Purtin?

    Seinen Kollegen vom Club der einflussreichsten Industrienationen zeigt der russische Präsident Wladimir Putin diesmal die kalte Schulter. Als eben erst ins Amt eingeführter Präsident sei er zu beschäftigt mit der Regierungsbildung, um zum G-8-Gipfel zu kommen, teilte Putin nach Kremlangaben US-Präsident Barack Obama am Telefon mit.

    Kommentatoren taten dies als Finte ab. Putin und Obama standen nie im Ruf, gut miteinander zu können.

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