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    Zuletzt aktualisiert: 26.04.2012 um 13:02 UhrKommentare

    Bologna-Prozess: Österreich muss aufholen

    Die Anpassung der Universitätsstudien in der EU, der "Bologna-Prozess", geht nur langsam voran. Österreich muss in vielen Bereichen noch aufholen.

    Foto © Eder

    1999 haben 29 Länder, darunter Österreich, in der sogenannten Bologna-Erklärung die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums bis 2010 beschlossen. Bei der Umsetzung der zehn Ziele - darunter die Einführung des neuen Studiensystems mit Bachelor-/Master/Phd-Abschluss, verschiedener Qualitätssicherungsmaßnahmen oder des European Credit Trasnfer Systems (ECTS) zur Bewertung von Studienleistungen - hat Österreich wie viele andere der 47 Bologna-Länder auch 2012 noch Aufholbedarf.

    Das zeigt der anlässlich der heute und morgen, Freitag, in Budapest stattfindenden Bologna-Konferenz publizierte zweite "Bologna Process Implementation Report", bei dem die Umsetzung der Bologna-Ziele mit einem Ampelsystem (von dunkelgrün bei vollständiger Umsetzung über hellgrün, gelb und orange bis rot) bewertet wird. Ist Österreich bei der ersten "Zeugnisvergabe" 2009 noch in sieben der zehn Kategorien im "grünen Bereich" gelandet, sieht die Bewertung 2012 - mit leicht veränderten Kriterien und nur noch neun Kategorien - wesentlich schlechter aus.

    Bei der Umsetzung des Bologna-Systems mit Bachelor/Master/PhD gibt es nur "orange": Demnach sind nur zwischen 25 und 49 Prozent aller Studenten im dreigliedrigen System. Mit knapp 50 Prozent bei der Umsetzung des ECTS-Systems, das den Arbeitsaufwand von Lehrveranstaltungen besser als Wochenstunden beschreiben soll, landet Österreich auch hier in dem Bericht nur im orangenen Bereich.

    Zu tun gibt es für Österreich noch beim nationalen Qualifikationsrahmen, mit dem die nationalen Bildungs- und Ausbildungssysteme besser miteinander vergleichbar gemacht werden sollen. Österreich gehört hier zur Mehrzahl der Länder im "gelben Bereich", in denen es erst politische Willenserklärungen bzw. Gespräche mit Beteiligten gibt. Auch bei der Anerkennung von informellem Lernen gibt es nur eine "gelbe Ampel".

    Gut abgeschnitten ("hellgrün") hat Österreich bei der Durchlässigkeit vom Bachelor zum Master bzw. vom Master zum PhD, wo laut Bericht in weniger als 25 Prozent der Fälle zusätzliche Qualifikationen für den Übergang nötig sind. Auch das Diploma Supplement, mit dem der abgeschlossene Studiengang detailliert erläutert wird, ist in Österreich gut umgesetzt (hellgrün).

    Voll zufrieden (dunkelgrüne Bewertung) ist der von Eurostat, Eurostudent und dem Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa "Eurydice" erstellte Bericht mit der externen Qualitätssicherung in Österreich. Allerdings gibt es bei der Einbindung von Studenten in die externe Qualitätssicherung noch ebenso Nachbesserungsbedarf wie bei der internationalen Beteiligung in diesem Bereich, Österreich ist in beiden Kategorien gelb bewertet.


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