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    Zuletzt aktualisiert: 09.03.2012 um 22:33 UhrKommentare

    Schuldenschnitt löste Kreditereignis aus

    Nach dem Schuldenschnitt werden nun die Kreditausfallversicherungen fällig. Athen hatte zuvor der weitaus größten Zahl seiner Privatgläubiger einen freiwilligen "Haircut" abgerungen und damit eine Voraussetzung für internationale Hilfen im Volumen von 130 Milliarden Euro erfüllt.

    Foto © AP

    Nach dem griechischen Schuldenschnitt werden nun die Kreditausfallversicherungen fällig. Der Branchenverband ISDA stellte ein sogenanntes Kreditereignis fest, wie die Organisation am Freitagabend mitteilte. Mit diesem Begriff ist ein Zahlungsausfall gemeint, der die Credit Default Swaps (CDS) auslöst, mit denen sich bestimmte Halter von griechischen Staatsanleihen abgesichert haben. Einer Statistik eines darauf spezialisierten US-Clearinghauses zufolge geht es dabei um ein Volumen von maximal rund 3,2 Milliarden Dollar (2,43 Mrd. Euro).

    Verlustrisiko wird schlagend

    Die Entscheidung des Branchenverbands werde wohl dazu führen, dass "das Verlustrisiko bei der KA Finanz leider schlagend wird", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Freitagabend auf Anfrage der APA. Dabei geht es um rund 400 Mio. Euro. Die KA Finanz habe eine Sondersituation, weil sie schon vor ihrer Notverstaatlichung außergewöhnlich CDS angesammelt habe. Auch bei den anderen österreichischen Banken sei kein Bedarf an zusätzlichen Wertberichtigungen bekannt, so der Sprecher.

    Die ISDA begründete die Auslösung des Kreditereignisses auf ihrer Website folgendermaßen: Trotz einer hohen freiwilligen Beteiligungsquote wolle Athen alle Halter von Anleihen nach griechischem Recht zum Forderungsverzicht zwingen. Zu diesem Zweck hatte Griechenland vorsorglich bereits ein Gesetz verabschiedet, das die Möglichkeit eröffnet, alte Anleihen rückwirkend mit Zwangsklauseln (Collective Action Clauses) auszustatten.

    Kreditausfallversicherungen hatten während des Finanzcrashs 2008 eine entscheidende Rolle gespielt. Nachdem CDS-Titel bei der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers zu einem kolossalen Dominoeffekt und zur Beinah-Pleite des großen US-Versicherers AIG geführt hatten, sind ihre Auswirkungen gefürchtet. Bei den Plänen zur griechischen Umschuldung war bisher alles daran gesetzt worden, dass Kreditausfallversicherungen nicht fällig werden. Es ist aber unklar, welche Folgen die ISDA-Entscheidung nun tatsächlich hat, da niemand weiß, welcher Investor nun Kreditausfallversicherungen besitzt und welche weiteren Effekte eintreten können.

    Erzwungener Verzicht wird angestrebt

    Die Finanzmärkte reagierten vorerst nur sehr moderat auf die Nachricht. Der Dow Jones in New York gab einen kleinen Teil seiner Gewinne ab, lag aber kurz vor Handelsschluss weiter knapp im Plus. Um 21.30 Uhr notierte der Index mit einem kleinen Aufschlag von 0,10 Prozent bei 12.920,39 Punkten. Knapp vor Bekanntwerden der Nachricht wies der Dow noch ein Plus von gut 0,30 Prozent aus. An den Devisenmärkten zeigte der Euro keine merkliche Reaktion. Gegen 21.30 Uhr lag der Euro bei 1,3115 US-Dollar, nachdem er bereits seit dem späten Nachmittag um die 1,311 Dollar gependelt war. An den Börsen war bereits den ganzen Tag über die mögliche Auslösung eines Kreditereignis spekuliert worden.

    Griechenland hatte zuvor der weitaus größten Zahl seiner Privatgläubiger einen freiwilligen Schuldenschnitt abgerungen und damit eine Voraussetzung für internationale Hilfen im Volumen von 130 Milliarden Euro erfüllt. 85,8 Prozent der Privatgläubiger beteiligten sich an dem Anleihe-Tausch. Da die angestrebte Quote von 90 Prozent knapp verfehlt wurde, sollen die unwilligen Investoren nun zum Verzicht gezwungen werden.


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