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Zuletzt aktualisiert: 08.03.2012 um 19:56 UhrKommentare

Schuldenschnitt: Hellas frohgemut

Bei privaten Gläubigern mit über 200 Milliarden Euro in der Kreide und trotzdem neue Töne aus Griechenland: "Optimismus für den erfolgreichen Abschluss des Schuldenschnitts", titelte die Athener Zeitung "Ta Nea".

Foto © Reuters

Bei der Rettung vor dem Staatsbankrott hat Griechenland eine äußerst wichtige Hürde genommen. Wenige Stunden vor Ablauf der Annahmefrist war eine ausreichende Beteiligung der privaten Gläubiger am Schuldenschnitt sicher. "Wir haben gerade die 75 Prozent übertroffen und es geht weiter nach oben", sagte ein Mitarbeiter des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur dpa. Er zeigte sich optimistisch, dass auch noch 80 Prozent erreicht werden könnten. Die Frist für den Anleihetausch sollte am späten Donnerstagabend ablaufen.

Mit einer Zustimmung von mehr als 75 Prozent der Gläubiger würde allerdings das ursprüngliche Ziel verfehlt, mehr als 90 Prozent zu einem "freiwilligen" Forderungsverzicht zu bewegen.

Jenseits der 75-Prozent-Marke könnte allerdings Athen eine andere Karte ziehen. Per Gesetz wurde bereits die Möglichkeit geschaffen, mit nachträglichen Umschuldungsklauseln ("Collective Action Clauses", CAC) einen Schuldenschnitt auch gegen den Willen von Anlegern zu erzwingen. In Athen wird damit gerechnet, dass die Regierung diese Option nach Rücksprache mit seinen internationalen Geldgebern nutzt.

Ergebnisse am Freitag

Die Euro-Finanzminister wollen am Freitag endgültig über das 130 Milliarden Euro schwere Hilfspaket entscheiden. Voraussetzung für ihr grünes Licht ist der Erfolg beim ebenfalls milliardenschweren Forderungsverzicht der privaten Gläubiger.

Das Finanzministerium in Athen plant, erste Ergebnisse am Freitagmorgen offiziell zu veröffentlichen. Wie es dann konkret weitergeht, dürfte erst nach den Beratungen von Finanzminister Evangelos Venizelos mit seinen Amtskollegen aus den anderen 16 Euroländern bekanntwerden.

Die Euro-Finanzminister wollen sich in einer Telefonkonferenz mit den Ergebnissen des griechischen Anleihetausch-Angebots beschäftigen. Auf der Tagesordnung steht auch die endgültige Freigabe des Anfang März grundsätzlich beschlossenen 130-Milliarden-Hilfspakets für Griechenland. Voraussetzung dafür ist, dass der Schuldenschnitt zustande kommt.

Das Land hängt bereits seit 2010 am internationalen Finanztropf und hatte damals Hilfszusagen von 110 Milliarden Euro bekommen. Bald danach zeigte sich aber, dass diese Kredite nicht ausreichen, um Griechenland dauerhaft vor der Pleite zu bewahren.

Hedge-Fonds scheinen auf Scheitern zu setzen

Ausgangspunkt für den im Detail äußerst komplizierten Schuldenschnitt ist ein Anleihevolumen von 206 Milliarden Euro. Die Grundsatzvereinbarung mit den Banken sieht einen Forderungsverzicht von 53,5 Prozent vor. Der griechische Schuldenberg würde also im Optimalfall um mehr als 100 Milliarden Euro gestutzt. Anleger sollen, so das Angebot, im Tausch für ihre alten Anleihen neue Bonds mit längerer Laufzeit und niedrigerer Verzinsung bekommen.

Unter den Haltern griechischer Anleihen sind allerdings auch Investoren wie Hedge-Fonds, die sich noch nicht in die Karten schauen lassen wollen. Bestimmten Hedge-Fonds wird nachgesagt, dass sie auf ein Scheitern der freiwilligen Umschuldung setzen, um dann bei Zwangsmaßnahmen der Athener Regierung Entschädigungen aus Kreditausfallversicherungen zu kassieren.


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