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Zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 um 22:37 UhrKommentare

Ohne weitere Entlastung schaffen Griechen Sparziel nicht

Bericht von EU-Kommission, EZB und IWF rechnet Szenarien durch - Private Anleihegläubiger und Notenbanken gefordert

Finanzminister Venizelos, Papademos, und der deutsche Finanzminister Schäuble

Foto © ReutersFinanzminister Venizelos, Papademos, und der deutsche Finanzminister Schäuble

Griechenland braucht nach Einschätzung der internationalen Geldgeber zusätzliche Entlastungen, um den angestrebten Schuldenabbau zu erreichen. Nach den bisher beschlossenen Schritten werde der Schuldenberg von derzeit 160 bis zum Jahr 2010 nur auf 129 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken und damit deutlich über den geforderten 120 Prozent liegen, hieß es in der vertraulichen Analyse der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), die Reuters am Montag vorlag. Die 120 Prozent waren verlangt worden, damit das Mittelmeer-Land sich in ferner Zukunft wieder alleine finanzieren kann und die Geldgeber damit Aussichten auf eine Tilgung der Hilfskredite haben.

In dem neunseitigen, mit 15. Februar datierten Papier werden verschiedene Szenarien durchgespielt. Die geforderten 120 Prozent sind demnach nur zu erreichen, wenn private Anleihegläubiger und die Notenbanken als staatliche Gläubiger Griechenland stärker entlasten. Die Privatwirtschaft könnte auf bisher aufgelaufene Zinsen verzichten, dies würde die Schulden um 1,5 Prozentpunkte senken. Die nationalen Notenbanken und die Europäische Zentralbank könnten insgesamt 9 Prozentpunkte beitragen, indem sie auf Forderungen verzichten.

Der Pleitegeier droht über dem Land aber weiter zu kreisen, wenn sich das schlimmste Szenario einstellt: ein Teufelskreis aus noch schlimmerer Rezession und steigender Staatsverschuldung. "Es besteht eine grundlegende Spannung zwischen den Programmzielen des Schuldenabbaus und der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit", heißt es in dem Bericht. Der notwendige Kostenrückgang im Inland werde unweigerlich zu einer höheren Schuldenquote führen. Sollte sich die Rezession verschärfen und die Regierung in Athen Strukturreformen verweigern, könnte die Schuldenquote in acht Jahren wieder bei 160 Prozent liegen, schreiben die Experten.

Der Bericht bildet die Grundlage für die Beratungen der Euro-Finanzminister, die heute Nacht über die Freigabe des zweiten Rettungspaketes im Volumen von 130 Mrd. Euro entscheiden sollten.


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