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    Zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 um 21:27 UhrKommentare

    Nadel-Verordnung sorgt für Kritik

    Können Ärzte künftig an schwer zugänglichen Stellen - etwa im Mund - keine Injektionen mehr setzen? Einen Rückfall in die Verhältnisse des 19. Jahrhunderts befürchten etwa die Zahnärzte, wenn die neuen Regelungen wirksam werden.

    Foto © APA

    Es geht um die sogenannte EU- "Nadelstich-Verordnung", die bis spätestens Mai 2013 auch in Österreich umgesetzt werden muss. Es geht darum, dass künftig nur noch spitze Instrumente und daher auch Injektionsnadeln verwendet werden dürfen, die für die Ärzte und das Pflegepersonal das Risiko senken, sich zu stechen. Auch die Tierärzte sind von der Verordnung betroffen.

    Die neuen Injektionsnadeln verfügen über einen Schutz, mit dem die Spitze der Spritze nach Gebrauch verschlossen werden kann. Dieser Schutz benötigt naturgemäß Platz. Und das wiederum - so kritisieren vor allem die Zahnärzte - erlaubt es nicht mehr, im Mundbereich Spritzen zu setzen. "Die geplante Regelung würde bedeuten, dass zahnärztliche Behandlungen mit Lokalanästhesie praktisch unmöglich würden. Der Standard des Umgangs mit Schmerzen bei der zahnärztlichen Behandlung würde damit schlagartig um mindestens 150 Jahre zurückversetzt werden", heißt es in einer Stellungnahme der Zahnärztekammer.

    Hintergrund der EU-Maßnahme, die bereits vor zwei Jahren beschlossen wurde, ist die Verletzungsgefahr von Ärzten und Pflegepersonal. In Österreich kommt es etwa zu 2000 Fällen jährlich. Das birgt - abgesehen von der Verletzung selbst - Infektionsgefahren in sich. Allerdings vermuten Kritiker, dass sich hinter der Initiative Unternehmen der Medizinbranche verbergen. Denn die aufwendigeren Nadeln sind natürlich auch deutlich teurer.

    Derzeit laufen Bemühungen, Ausnahmeregelungen zu erreichen. Im Ministerium hieß es am Samstag, dass die Regelung im Prinzip zwar übernommen werden müsse, dass aber vielleicht die Nadelstich-Verordnung noch überarbeitet werde.

    Denkzettel Seite 8


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