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Zuletzt aktualisiert: 29.11.2011 um 14:50 UhrKommentare

Unsere Banken im "Rating-Visier"

Moody's will eine mögliche Abwertung von 87 Banken in 15 europäischen Staaten prüfen, darunter sind auch einige österreichische Banken. Standard & Poor's könnte den Ausblick für Frankreichs Spitzenbonität auf negativ senken.

Foto © Reuters

87 europäischen Banken, darunter 9 aus Österreich, droht von der Ratingagentur Moody's eine Rückstufung ihrer nachrangigen Verbindlichkeiten. Der Grund: Wegen möglicher klammer Staatsfinanzen könnten die Staaten Banken im Notfall wohl nicht mehr rettend unter die Arme greifen. Dabei geht es vorerst allerdings nur um die nachrangigen Anleihen. Bei vielen Großbanken ist das auch nicht die Mehrzahl der ausstehenden Papiere.

Vor allem Banken aus Italien, Spanien und Frankreich wären davon betroffen - und dann gleich aus Österreich, wie die Agentur schreibt. Ebenso die zwei Schweizer Bankenriesen. Insgesamt geht es um Banken in 15 europäischen Ländern, deren Papiere auf dem Prüfstand stehen.

Die Ratingagentur will in Österreich nach einer Mitteilung von Dienstagnacht den Status von folgenden 9 Banken untersuchen: BAWAG PSK, Erste Group, Hypo Tirol, Kommunalkredit, Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) sowie deren Konzernteil Investkredit, Raiffeisen Bank International (RBI), Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank, UniCredit Bank Austria. In Italien wird auch deren Mutter UniCredit untersucht. Bereits Mitte November hat Moody's das Rating der Bank Austria auf die Überprüfungsliste für eine mögliche Herabstufung gesetzt.

Verstaatlichte Banken

In Österreich sind zwei Banken seit Ausbruch der Finanzkrise verstaatlicht, die Kommunalkredit (2008) und die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank (2009).

Die Kärntner Hypo hat am Dienstag von einem Agreement mit Moody's berichtet, wonach - auf Initiative der Bank - die öffentlichen Bonitätsbenotungen auf Holdingebene eingestellt werden. "Wir werden mit Moody's aber in engem Kontakt bleiben, der Agentur auch weiter sehr nahe über die Lage der Bank berichten", sagte Banksprecher Dominic Köfner zur APA. Man werde weiter transparent sein. Das Credit Rating der Hypo Alpe Adria International AG werde aber beendet.

Laut Köfner wird nur das Rating der Holding selbst eingestellt, nicht eingestellt werde das Rating für landes- und bundesbehaftete Anleihen. Sie bleiben damit ebenso den Bonitätsprüfungen und Ratings unterworfen wie die Pfandbriefe. Hier liegt die aktuelle Rating-Bandbreite bei Aaa bis Aa3. Mit "Baa3"/Ausblick negativ liegt die Hypo weiterhin auf der letzten Stufe des Investment-Grade-Rating.

Die Bank führte Liquiditäts- und Kostengründe für die Vereinbarung mit Moody's an. Die Hypo habe derzeit 4 Mrd. Euro Liquiditätspuffer. "Deshalb werden wir auf absehbare Zeit auch nicht mit unbesicherten Instrumenten (z.B. unbesicherten Anleihen) an den Kapitalmarkt gehen, um Geld aufzunehmen". Die Bank gehöre seit der Notverstaatlichung 2009 der Republik, und so sei die Wahrscheinlichkeit einer Bonitätsverschlechterung gering. Dass es besser werde, sei in absehbarer Zeit aber auch nicht zu sehen, wird hinzugefügt.

Noch nicht beschieden ist der Wunsch der Hypo an die Aufsicht, mehr Zeit für den ihr abverlangten Kapitalaufbau zu bekommen. Hier sei man nach wie vor in Konsultationen mit der Aufsicht, sagte Köfner heute. Einem ursprünglichen FMA-Bescheid zufolge muss die Hypo die strengeren Vorgaben bis Ende März 2012 erfüllen und sich bis dahin einen Milliardenpuffer zulegen. In einem von der FMA in Auftrag gegebenen Gutachten der Notenbank war von einem zusätzlichen Bedarf von 1,5 Mrd. Euro die Rede. Die Kärntner Hypo hat einen so hohen Bedarf in Abrede gestellt. Neue Zahlen wurden aber nicht genannt.

"Wir hoffen, dass wir mehr Zeit bekommen. Bei uns ist Zeit wirklich Geld", sagte der Banksprecher.


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