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Zuletzt aktualisiert: 19.11.2011 um 12:23 UhrKommentare

Prodi sieht Österreich bei Rating in der "Risiko-Zone"

Nach Ansicht des früheren Chefs der EU-Kommission haben "diese Woche die Märkte auch Österreich angegriffen". Er gehe aber davon aus, dass die Spekulationen mit Staatsanleihen mit der Zeit aufhören würden.

Foto © Reuters

Der italienische Ex-Premier und frühere Chef der EU-Kommission, Romano Prodi, sieht Österreich bei seinem Zinsen-Rating in der "Risiko-Zone" gemeinsam mit anderen Staaten. "Diese Woche haben die Märkte Spanien, Österreich und sogar Frankreich angegriffen", sagte Prodi der tschechischen Tageszeitung "Lidove noviny" (Samstag-Ausgabe). Er gehe aber davon aus, dass die Spekulationen mit Staatsanleihen mit der Zeit aufhören würden, wenn es den Regierungen gelinge, Reformen durchzusetzen. Dies gelte auch für Italien und die neue Regierung des ehemaligen EU-Kommissars Mario Monti.

Italien wird laut Prodi die Gefahr eines Staatsbankrotts Italiens "sehr schnell bannen", wenn es Monti gelingt, die erforderlichen Schritte durchzusetzen. "Als Ökonom sowie auch als Politiker bin ich mir ganz sicher, dass wir dem Bankrott ausweichen. Auch deshalb, weil heute auch Österreich und Frankreich in die Risiko-Zone geraten sind. Dies wird uns eine gemeinsame Aktion einfacher machen. Man wird nicht mehr sagen können - na ja, wieder die Italiener, immer wieder diese Problem-Macher", meinte Prodi. Er ist nach eigenen Worten überzeugt, dass die Eurozone überleben und Italien deren Mitglied bleiben werde. "Selbstverständlich", so Prodi in Antwort auf eine entsprechende Frage.

Prodi war nach eigenen Worten "schon vor zehn Jahren überzeugt" davon, dass eine derartige Krise der Eurozone früher oder später komme. Der Grund sei, dass die Währungsunion nicht durch eine finanzielle Union und eine Harmonisierung der Wirtschaftspolitik ergänzt wurde. "Die europäischen Politiker hatten nach der Euro-Einführung einfach keine Kraft dafür, anschließend mit der Harmonisierung der Wirtschafts- und Steuerpolitik fortzufahren. Sobald diese Krise vorbei ist, sollten wir das Prinzip der einstimmigen Entscheidungen verlassen", betonte Prodi.


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DIE MASSNAHMEN

  • 50 Prozentiger Schuldenschnitt für Griechenland.
  • Erhöhung der öffentlichen Mittel von 109 Mrd. Euro auf 130 Mrd. Euro.
  • Eine Bankenrekapitalisierung von 106 Mrd. Euro. Davon fallen 2,9 Mrd. Euro an Österreich.
  • Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms wird auf eine Billion Euro angehoben.

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