EZB-Nowotny: Eurobonds keine naheliegende Option
Die Emission gemeinsamer europäischer Anleihen zur Schuldenfinanzierung (Eurobonds) ist für den Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Rat Ewald Nowotny derzeit keine Option.

Foto © APAEwals Nowotny
Nowotny sprach von einer langen Diskussion mit Vorteilen und Nachteilen, wobei er als Notenbankchef zu Pragmatismus verurteilt sei. Der Einsatz von Eurobonds sei nur möglich, wenn man die EU-Verträge ändere. "Das ist ein mühsamer Prozess, so dass ich das nicht als naheliegende Option sehe", sagte Nowotny am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in Alpbach.
Hoffen auf Euro-Rettungsfonds
Nowotny äußerte sich nicht, wie lang die EZB fortfahren werde, Staatsanleihen von Euro-Problemländern zu kaufen. Man hoffe aber, dass dafür bald der Euro-Rettungsfonds zum Einsatz kommt. Dass die EZB wegen dieser Aufkäufe selber rekapitalisiert werden muss, verneinte Nowotny.
OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek sagte, dass noch jede Krise überwunden wurde. Im Fall Griechenland werde es wohl 5 bis 10 Jahre dauern, bis sich das Land wieder am Kapitalmarkt selber refinanzieren und Schulden selber tragen werde können. Die Entwicklung sei so lange auseinandergelaufen, dass man dies nicht in einem Jahr reparieren könne.
Mit großer Besorgnis registriert Nowotny die Entwicklungen in Italien, wo Ministerpräsident Berlusconi gerade das Sparpaket wieder aufgeschnürt hat. Die EZB muss wegen der italienischen Schuldenkrise auch italienische Staatspapiere aufkaufen.











