Licht aus für die 60-Watt-Birne
Ab Donnerstag dürfen europaweit keine 60-Watt-Glühbirnen mehr hergestellt und importiert werden. Damit wird die gängigste Haushaltslampe nun endgültig zum Auslaufmodell.

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Sie hängen in Küchen und Badezimmern und haben schon manch eine Wohnzimmer-Kartenrunde bis früh in die Morgenstunden treu begleitet. "Ja, die 60-Watt-Birnen sind eigentlich die gängigsten Lampen im Haushalt", meint auch der steirische Elektriker Michael Moder. Und trotzdem: Ab dem 1. September gilt in allen Ländern der Europäischen Union ein Herstell- und Import-Verbot von 60-Watt-Glühbirnen. Lediglich die Lager-Restbestände dürfen dann noch verkauft werden.
Manch einer rechnet in den kommenden Tagen deswegen mit Hamsterkäufen der Glühbirnenliebhaber. Michael Moder etwa hat in den letzten Wochen verstärkte Nachfrage registriert. Er führt dies großteils auf die höheren Anschaffungskosten der potenziellen Glühbirnen-Nachfolger (Energiesparlampe, LED-Lampen) zurück.
Sein Kärntner Kollege Hannes Patterer will nicht so recht an die Theorie des Sammelwütigen glauben: "Wir verkaufen bei der Neuware eigentlich seit längerer Zeit schon wesentlich stärker LED-Technologie. Ich glaube nicht, dass es jetzt plötzlich eine Rückbesinnung auf Glühbirnen geben wird."
Glühbirnen wenig effizient
Die Feindin aller europäischen Glühbirnen wurde vor zwei Jahren in Brüssel in Kraft gesetzt und trägt den klingenden Namen "Verordnung (EG) Nr. 244/2009". Darin beschreibt die EU-Kommission eine "umweltgerechte Gestaltung von Haushaltslampen mit ungebündeltem Licht". Das Ziel der Verordnung ist klar: Die allgemein als Energiefresser bekannten Glühbirnen - nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie werden in Licht umgewandelt - sollen sukzessive vom europäischen Markt verschwinden. Im September 2009 traf es die 100-Watt-Birnen, nur ein Jahr später mussten die 75er dran glauben. Am kommenden Donnerstag wird "Stufe drei" des sechsstufigen Plans umgesetzt und betrifft die 60-Watt-Lampen.
Die Nachfolger der Glühbirnen sollen zwar energieeffizienter funktionieren, stehen aber trotzdem kontinuierlich in der Kritik. So enthalten viele Energiesparlampen hochgiftiges Quecksilber und müssen deswegen als Sondermüll entsorgt werden. Außerdem, so die Kritiker, würden europäische Arbeitsplätze verloren gehen - die Glühbirnen wurden mehrheitlich in Europa hergestellt, während man bei der Produktion von Sparlampen und LED-Technologie vermehrt auf das asiatische Ausland setzt. In Brüssel zeigt man sich indessen unbeeindruckt und formuliert bereits an neuen umweltschonenden Erleuchtungen.
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FAKTEN
Seit April 2009 ist die Verordnung in Kraft und regelt ein stufenweises Herstellungs- und Vertriebsverbot von "Lampen geringer Energieeffizienz".
Seit September 2009 sind 100-Watt-Birnen davon betroffen.
2010 kamen die 75-Watt-Birnen dran, heuer jene mit 60-Watt.
Nächstes Jahr sind die 15- bis 40-Watt-Birnen an der Reihe.











