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Zuletzt aktualisiert: 24.08.2011 um 19:03 UhrKommentare

Fekter: "Brauchen keine apokalyptischen Szenarien"

Finanzministerin Maria Fekter fordert in Sachen Athensicherheiten Gleichbehandlung für alle. Zudem würden zusätzliche Sicherheiten für das zweite Griechenland-Paket eine Aufstockung des provisorischen Rettungsschirms EFSF um knapp zwei Milliarden Euro erforderlich machen.

Foto © APA

Finanzministerin Maria Fekter hat gestern klare Worte gefunden und besteht für das zweite griechische Hilfspaket auf Gleichbehandlung mit den Finnen, was Sicherheiten für die Hilfeleistungen betrifft. "Was wir derzeit absolut nicht brauchen, sind apokalyptische Szenarien", erklärte Fekter, entweder verzichteten alle auf Sicherheiten oder diese "collaterals" würden auch den anderen kleinen Euro-Ländern gewährt, die von den am 21. Juli getroffenen Zusagen für den Privatsektor nicht so stark profitieren könnten wie die großen Staaten, deren Banken ungleich stärker in Griechenland engagiert seien. Eine alleinige Abmachung zwischen Finnland und Griechenland sei ein "untragbarer Vorschlag und eine Abmachung zulasten Dritter", weil die von den Finnen geforderten 20-prozentigen Cash-Sicherheiten von der restlichen Haftungsgemeinschaft getragen werden müssten: "Kein Wunder, wenn die Griechen mit den Achseln zucken und dem zustimmen." Wie berichtet müssten die zwischen Finnland und Griechenland vereinbarten Sicherheiten für ein weiteres Rettungspaket der Euro-Länder und des IWF (Internationaler Währungsfonds) an Athen in Höhe von 109 Milliarden Euro von allen 17 Euro-Staaten gebilligt werden.

Die bilateralen Verhandlungen zwischen Helsinki und Athen über Garantien Griechenlands für die Genehmigung weiterer Hilfszahlungen stoßen aber nicht nur der österreichischen Finanzministerin, sondern auch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sauer auf, die im eigenen Land um Zustimmung für ihren Euro-Kurs kämpfen muss.

Auch in der CDU ist vielen Abgeordneten das Risiko, dass am Ende Deutschland den größten Brocken der Krise schlucken muss, zu hoch. Der Forderung nach Ausschluss notorischer Defizitsünder aus der Euro-Zone erteilte Finanzminister Wolfgang Schäuble postwendend eine Abfuhr, und Merkel zeigte sich von der Idee der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Ursula von der Leyen, von verschuldeten Ländern Goldreserven als Sicherheit für weitere Kredite zu verlangen, gar nicht begeistert.

Österreicher selbstbewusst

Die Österreicher sind, was die eigene wirtschaftliche Stärke betrifft, sehr selbstbewusst, ergab eine gestern veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes Imas. Demnach schätzen sie ihr Land krisenfester als alle anderen in der EU ein. 64 Prozent stuften dabei das eigene Land als "krisenfest" ein. Nur jeder Fünfzigste zählt es zu den Wackelkandidaten der Union. Damit gestehen sich die Österreicher sogar eine höhere Bonität zu als dem Wirtschaftsriesen Deutschland, der auf 62 Prozent Nennungen kam.

Weit oben im Rating durch die Befragten rangieren auch Schweden, Luxemburg, Frankreich oder Dänemark. Die Sorgenkinder werden nicht ganz überraschend von Griechenland mit 74 Prozent Nennungen angeführt, gefolgt von Italien, Spanien und Portugal. Nur 27 Prozent glauben, dass Österreichs Beitritt zur EU dem Land einen Vorteil gebracht hat, 50 Prozent bezweifeln das.


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