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Zuletzt aktualisiert: 19.07.2011 um 19:25 UhrKommentare

Sicherheit geht vor: Neue EU-Gesetze für Spielsachen

Schluss mit krebserregenden Teddys, brennbaren Puppen und Autos mit vielen kleinen Teilen, an denen Kinder ersticken können: Von diesem Mittwoch an müssen alle in der EU verkauften Spielsachen den strengeren Vorgaben aus Brüssel entsprechen.

Foto © AP

Die EU hat aus den Skandalen der vergangenen Jahre um gefährliches Spielzeug aus China gelernt und die mehr als 20 Jahre alten Regeln erneuert. Die 2009 von den EU-Ländern verabschiedete Richtlinie ist für alle neuen Spielsachen verbindlich - sowohl für Spielzeug, das in der EU hergestellt wird, als auch für importierte Waren. Die neue Richtlinie sieht ein Verbot für krebserregende und erbgutgefährdende Stoffe vor sowie für Substanzen, die die Fortpflanzung stören. Allerdings bekommen die EU-Länder noch weitere zwei Jahre Zeit, dies umzusetzen.

Warnhinweise müssen deutlich sein

Darüber hinaus werden bestimmte Duftstoffe gestrichen, die Allergien auslösen. In geringer Konzentration bleiben einige aber erlaubt, wenn Warnhinweise am Spielzeug angebracht werden. Diese müssen ab sofort übrigens deutlich zu sehen und leicht zu verstehen sein. Auch die Grenzwerte für gefährlichen Stoffen wie Quecksilber sind strenger. Die Kinderzimmer sollen sicherer werden, das hatte sich Brüssel vorgenommen. Die Zahl der Unfälle müsse sinken, langfristige gesundheitliche Schäden müssten ausgeräumt werden. So gelten von nun an zum Beispiel strengere Vorgaben für Kleinteile, die verschluckt werden können. Doch es hagelte auch Kritik, darüber, dass die Bestimmungen nicht weit genug gingen.

Keine unabhängige Prüfung

Die neuen Gesetze bringen mehr Verantwortung für Hersteller, Importeure und Vertreiber. Jedes Spielzeug muss ein CE-Siegel tragen, also eine Erklärung des Herstellers, dass alle Sicherheitsregeln eingehalten worden sind. Dabei geht es zum Beispiel um Gefahren wie Entflammbarkeit, aber auch um die chemische und physikalische Zusammensetzung des Spielzeugs. Importeure müssen prüfen, ob die nötigen Sicherheits-Checks gemacht worden sind und dürfen stichprobenartig Ware testen. Die Hersteller werden aber nicht gezwungen, Sicherheitstests von unabhängigen Stellen durchführen zu lassen. Genau in diesem Punkt war Kritik laut geworden.


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