Urlaubs-Boykott: "Lieber Österreich statt Dänemark"
"Ich kann nur raten, umzudrehen und lieber in Österreich oder Polen Urlaub zu machen", wird der hessische Europaminister Hahn zitiert. Auch Mikl-Leitner sieht die Grenzkontrollen in Dänemark "sehr kritisch".

Foto © APAGeht es nach dem hessischen Europaminister, sollen Urlauber an der dänischen Grenze wieder umdrehen.
Dänemark hat mit den international umstrittenen neuen Grenzkontrollen begonnen. Wie die Zollbehörde am Dienstag mitteilte, traten zunächst Beamte an den Grenzübergängen nach Schweden in Aktion. Später sollen auch am deutsch-dänischen Grenzübergang Fröslev (deutsch Fröslee) erste, stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden.
Die dänische Regierung hat versichert, dass Sommerurlauber bei der Anreise keine Behinderungen befürchten müssten. Kopenhagen begründet die auf Druck der Rechtspopulisten erfolgte Wiedereinführung von permanenten Kontrollen durch Zöllner mit der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität.
Massive Kritik aus Deutschland
Vor allem Deutschland und die EU-Kommission halten dies für eine Gefährdung der Bewegungsfreiheit für Personen und Waren nach dem Schengener Vertrag. Brüssel hat eine genaue Prüfung des neuen Kontrollsystems angekündigt.
Der Europaminister des deutschen Bundeslandes Hessen, Jörg-Uwe Hahn, hat an seine Landsleute appelliert, Dänemark als Urlaubsland zu boykottieren. "Wenn Dänemark zur Urlaubszeit wieder Grenzkontrollen einführt, kann ich nur dazu raten, auf der Stelle umzudrehen und lieber in Österreich oder Polen Urlaub zu machen", zitierte bild.de den FDP-Politiker.
Dies wäre eine "Abstimmung mit den Füßen", mit der man der dänischen Regierung zeigen könnte, was man von ihrer Politik halte, wird der hessische Europaminister zitiert. Die dänischen Grenzbehörden begannen am Dienstag mit den angekündigten, stichprobenartigen Kontrollen.
Die Deutschen machen bei weitem die größte Urlaubergruppe in Dänemark aus. 2010 waren laut dänischem Statistikamt 12 von 42 Millionen aller in Dänemark registrierten Übernachtungen Deutsche.
“Nein zu Willkür“ von Mikl-Leitner
Kritik kam am Dienstag auch aus Wien. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) beurteilt die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Dänemark "sehr kritisch". "Ich sage Ja zu anlassbezogenen Kontrollen, aber Nein zu einer Willkür", erklärte Mikl-Leitner am Dienstag vor dem Ministerrat gegenüber Journalisten. Österreich gehe im Gegensatz zu Dänemark mit dem "Instrument anders bezogene Grenzkontrollen" sehr sorgsam um. Die EU müsse die Situation beobachten und über etwaige Konsequenzen nachdenken, meinte die Ministerin.












