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Zuletzt aktualisiert: 23.06.2011 um 17:09 UhrKommentare

Serbien drängt auf EU-Beitrittsgespräche

Nach dem so gut wie beschlossenen Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien drängt Serbien auf einen Start von Gesprächen mit der Europäischen Union über eine EU-Mitgliedschaft.

Foto © APA

"Der Erfolg Kroatiens ist sehr wichtig für den allgemeinen Fortschritt der Westbalkan-Staaten", sagte Serbiens Außenminister Vuk Jeremic am Donnerstag nach einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle in Brüssel.

"Wir sind jetzt in einer Situation, wo es entweder Kontinuität in dem Prozess geben wird oder eine Pause, wenn es um die Erweiterung des Westbalkans geht", sagte Jeremic. Es sei jedermanns Interesse, die Kontinuität der EU-Erweiterung sicherzustellen. "Die beste Art und Weise, diese Kontinuität nicht nur symbolisch, sonder auch praktisch zu sichern, ist es zu garantieren, dass das Ende von Kroatiens Beitrittsverhandlungen an den Beginn jener mit Serbien anschließt." In dieser Hinsicht sei der nächste Fortschrittsbericht der EU-Kommission Anfang Oktober für Belgrad sehr wichtig.

Füle wollte nicht darüber spekulieren, ob Serbien am Ende von Beitrittsverhandlungen mit der EU den Kosovo anerkennen müsse oder nicht. Derzeit sei es notwendig, sich auf praktische Fragen im Dialog zwischen Pristina und Belgrad zu konzentrieren, sagte er. Er erwarte diesbezüglich in den nächsten Wochen einige konkrete Resultate. Serbiens Beitrag zur regionalen Zusammenarbeit sei ein wichtiges Element für den Erweiterungsprozess des Landes. Er wolle weder über irgendwelche Aussagen spekulieren, noch darüber, was in ein paar Jahren auf der Agenda stehen werde, sagte Füle. Es gebe aber viele die meinten, dass keine offenen Fragen mit den Nachbarn in der Region zurückbleiben dürften. Daher seien "ernsthafte Bemühungen" notwendig.

Auch Jeremic betonte, es nähere sich der Zeitpunkt, zu dem es erste Ergebnisse im Dialog zwischen Begrad und Prishtina geben wird. Die regionale Zusammenarbeit sei eine Schlüsselpriorität für Serbien. Seine Position zur Anerkennung des Kosovo habe sich nicht geändert, daher wolle er dies auch nicht weiter kommentieren. Serbien erkennt den Kosovo, der sich 2008 für unabhängig von Belgrad erklärt hat, ebenso wie fünf EU-Staaten nicht an.

Nach einem Entwurf für den EU-Gipfel am heutigen Donnerstag in Brüssel wird die Verhaftung und Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic durch Belgrad an das UNO-Tribunal als "neuer Schritt" des Landes in Richtung EU begrüßt. Der EU-Gipfel im Dezember soll sich demnach konkret mit der europäischen Perspektive des Landes weiter befassen.


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