Schlepper schießen auf Grenzpolizisten
Auch die österreichische Polizei ist an den EU-Außengrenzen im Einsatz, eine deutsche Streife wurde in Griechenland beschossen.

Foto © PrivatRainer Pilch, Peter Kökinger und Franz Pergler in Griechenland
Schlepperei, Fahrzeugschmuggel, Drogenhandel: Österreichs Polizei unterstützt an den europäischen Außengrenzen zwischen Griechenland und Polen - wie andere EU-Länder - die nationale Polizei im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Mit Spezialfahrzeugen und Wärmebildkameras versuchen die Polizisten die illegale Einwanderung in den Griff zu bekommen. Dabei kann es aber auch zu gefährlichen Zwischenfällen kommen, wie ein Vorfall am Wochenende bestätigt. Drei steirische Grenzpolizisten sind derzeit in Alexandroupolis - im nordwestlichen Griechenland - im Einsatz, wo deutsche und griechische Kollegen mit Maschinenpistolen beschossen wurden.
Die Steirer Franz Pergler und Peter Kökinger waren auf Nachtstreife, als von einem estischen Polizeiflugzeug aus auf dem Fluss Evros zwei Boote mit über 90 Flüchtlingen entdeckt wurden. "Wir hielten uns zu diesem Zeitpunkt weiter nördlich auf", erzählt Pergler. Deshalb wurden eine deutsche Grenzpolizei-Streife und ein griechischer Polizist zum Einsatzort beordert. Die Polizisten legten sich am Ufer auf die Lauer. Stunden später wollten die Boote anlegen. Im nächsten Moment fielen Schüsse. Vier Schlepper begannen mit Maschinenpistolen auf die Polizisten zu schießen. Verletzt wurde niemand. Schließlich kam türkisches Militär zu Hilfe. 97 Personen wurden festgenommen. Von den Schleppern fehlt jede Spur.
Aggressiv
Die Schlepperei habe in den letzten Monaten in der Gegend um Alexandroupolis stark zugenommen und die Schlepper würden immer aggressiver, berichten die Grenzpolizisten. "Aus der Türkei werden Flüchtlinge verschiedenster Nationen über den Grenzfluss nach Griechenland geschleust", so ein Beamter.
Auch der Fahrzeugschmuggel boomt. Der Steirer Rainer Pilch, Experte für KFZ-Verschiebung, stellte schon zahlreiche gestohlene Fahrzeuge sicher, zuletzt einen Reisebus. Bei einer gezielten Schwerpunktaktion half er am bulgarischen Grenzübergang Kapitan Andreevo aus. Dabei gingen ihm und seinen Kollegen Siegfried Stangl (OÖ) vier Serben ins Netz, die mit einem gestohlenen Reisebus in die Türkei unterwegs waren. Obwohl das Fahrzeug gut präpariert war, wurde Pilch fündig. Wie sich herausstellte, hatten die Männer schon früher mindestens vier gestohlene Busse in die Türkei verschoben.











