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Zuletzt aktualisiert: 21.05.2011 um 17:09 UhrKommentare

Ratingagentur stellt Italiens Bonität infrage

"Schwache Wachstumsaussichten" und der stagnierende Reformwillen sind für die Ratingagentur Standard & Poor's Grund genug, um Italiens künftige Kreditwürdigkeit anzuzweifeln. In der Folge senkte S&P den Ausblick für die langfristige Beurteilung von "stabil" auf "negativ".

Foto © VRD/Fotolia.com

Die Ratingagentur Standard & Poor's zweifelt die künftige Kreditwürdigkeit Italiens an. S&P senkte den Ausblick für die langfristige Beurteilung von "stabil" auf "negativ", wie die Ratingagentur mitteilte. Gründe seien "schwache Wachstumsaussichten" und der stagnierende Reformwillen. "Im Ergebnis glauben wir, dass sich Italiens Aussichten auf eine Reduzierung seiner Schulden vermindert haben", sagte S&P-Expertin Eileen Zhang. Die Bonität Italiens werde allerdings weiterhin mit der Note "A+" bewertet.

Rom zeigt sich empört

Rom wies die Einschätzung empört zurück. Die Daten, auf deren Basis S&P zur - positiveren - Beurteilung im vergangenen Dezember gekommen war, seien "nicht nur gleichgeblieben, sondern haben sich in einigen Bereichen sogar verbessert", erklärte der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti am Samstag laut Mitteilung. Ein politischer Stillstand sei auch ausgeschlossen. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi bereite im Gegenteil bereits die notwendigen Maßnahmen vor, um das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts bis 2014 zu erreichen. "Italien wird seine Versprechen einhalten", betonte Tremonti.

Höhere Zinsen für Staatsanleihen

Ein schlechteres Rating kann zu erheblich höheren Zinsen für italienische Staatsanleihen führen. Laut S&P liegt die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung in den kommenden zwei Jahren bei eins zu drei. Die Ratingagentur teilte mit, aus ihrer Sicht werde das Wirtschaftswachstum in Italien schwächer ausfallen als die angenommenen durchschnittlichen 1,3 Prozent in den Jahren 2011 bis 2014.


Fakten

Im vergangenen Jahr stieg die Wirtschaftsleistung Italiens um 1,3 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Ökonomen mit 1,1 Prozent. Gegen die hohe Staatsverschuldung, die im Oktober 2010 auf 1867,4 Milliarden Euro gestiegen war, verabschiedete die Regierung Ende 2010 ein 24-Milliarden-Euro-Sparpaket.

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