Gerüchte, Dementis und geheime Treffen
Sie wollen ihre Treffen geheim halten, doch das klappt nicht: Die Vertreter der Euro-Zone suchen nach neuen Wegen aus der Schuldenkrise, besonders für den ersten Empfänger von Milliardenhilfen, das hoch verschuldete Griechenland.

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Warum wird in der Euro-Schuldenkrise immer wieder dementiert, was
sich dann doch als richtig erweist?
Es stimmt: Beteuerungen von Regierungen, "niemals" Hilfen der EU
in Anspruch nehmen zu wollen, sind nicht viel wert, wenn dann wenige
Zeit später der offizielle Antrag eintrudelt. Und nun auch noch
geheime Treffen, deren Existenz erst bestritten wird, bevor dann am
nächsten Tag eine Pressemitteilung zu ihren Ergebnissen
veröffentlicht wird. Der Grund für solche - freundlich gesagt -
merkwürdigen Abläufe hat wohl mit den Finanzmärkten zu tun: Sie
könnten überreagieren, wenn bestimmte Tatsachen zu früh kommuniziert
werden. Um dies zu verhindern, gilt Schummeln auf offizieller Seite
als das kleinere Übel.
Angeblich hat Griechenland überlegt, den Euro abzuschaffen und die
Drachme wieder einzuführen. Geht das überhaupt?
Zunächst einmal ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein Euro-Land
einen solchen unberechenbaren und steinigen Weg geht. Dann ist es
auch rechtlich umstritten, ob der Austritt aus der Euro-Zone
überhaupt möglich ist - unter Umständen müsste ein Land dann auch
gleichzeitig die EU verlassen. Am schwierigsten aber dürfte sich die
Umstellung in der Praxis erweisen, denn es gibt dafür praktisch keine
brauchbaren Vorbilder. Finanzielles - oder sogar soziales - Chaos
wäre programmiert. Allerdings: Völlig ausgeschlossen ist so ein
Schritt nicht. Es gibt sogar Politiker und Experten, die einen Bruch
der Euro-Zone wirtschaftlich für sinnvoll halten.
Im Fall Griechenland ist auch immer wieder von Umschuldung die
Rede. Was steckt dahinter?
Wenn ein Bäcker droht, pleitezugehen, hat er mehrere
Möglichkeiten: Er kann zum Beispiel seine Lieferanten bitten, für ein
paar Monate einen niedrigeren Preis fürs Mehl zu verlangen. Oder er
fragt seine Bank, ob er seinen Kredit später zurückzahlen darf.
Ähnlich ist es auch bei einem Land, das vor dem Staatsbankrott steht.
Bevor alles futsch ist, haben Gläubiger wie zum Beispiel Banken
möglicherweise mehr davon, dass sie ihr Geld - die Staatsanleihen,
die sie gekauft haben - erst später oder nur einen Teil davon
zurückgezahlt bekommen oder dass sie bis dahin weniger Zinsen
erhalten.
Aber Griechenland bekommt doch schon Hilfen in Milliardenhöhe.
Warum reicht das nicht?
Problematisch für Griechenland ist vor allem, dass das Vertrauen
der Finanzmärkte in eine Sanierung der Staatsfinanzen eher abnimmt:
Die Kurse der griechischen Staatsanleihen fallen immer weiter. Noch
stützen zwar die Hilfen von außen das Land, doch irgendwann müsste es
wieder selbst Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen. Das wäre zu den
derzeitigen Konditionen aber praktisch unmöglich. Die Alternative
ist, dass Griechenland günstigere Bedingungen für die Rückzahlung
seiner Schulden erhält oder dem Staat sogar ein Teil davon erlassen
wird - mehr Luft zum Atmen also. Schwer abzuschätzen ist aber, welche
Auswirkungen welche Maßnahme genau hätte - vor allem auf den nach der
Finanzkrise immer noch auf unsicheren Füßen stehenden internationalen
Bankensektor.











