Experte erwartet Hilferuf aus Portugal
Portugal wäre nach Ansicht des deutschen Ökonomen Thomas Meyer "gut beraten, zügig unter den Rettungsschirm zu gehen". "Irgendwann wäre es wohl sowieso fällig. Man könnte eine Hängepartie abkürzen."

Foto © APSchlüpft Portugal als nächstes Land unter den Euro-Rettungsschirm
Auch Portugal wird nach Ansicht des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Thomas Meyer, bald Milliardenhilfen aus dem Rettungsfonds der Euro-Staaten benötigen. "Zusätzlich zu Griechenland und Irland würde ich mich nicht wundern, wenn Portugal in absehbarer Zeit auch unter den Rettungsschirm schlüpfen muss", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Die Sparprogramme der Regierungen in den hoch verschuldeten Euro-Staaten könnten die Investoren auf den internationalen Finanzmärkten nicht beruhigen, sagte Meyer. "Diese Länder haben ein Glaubwürdigkeitsproblem. Sie könnten zwar jetzt ein Sparprogramm veröffentlichen. Aber es dauert zu lange, bis man sieht, ob es funktioniert. Deshalb bleiben die Märkte skeptisch."
Die Europäische Union hatte zunächst in aller Eile einen Rettungsschirm aufgelegt, um Griechenland vor einem Staatsbankrott zu bewahren. Mit diesem stellen die Euro-Staaten Griechenland 110 Milliarden Euro innerhalb von drei Jahren zur Verfügung. Die zwölf Länder mit dem Euro legten dann im Mai den aktuellen Rettungsfonds auf. Insgesamt steuern die Euro-Länder dazu 440 Milliarden Euro an Kreditbürgschaften bei. Zusammen mit Hilfen aus dem EU-Budget und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) beläuft sich der Fonds auf 750 Milliarden Euro. Irland erhält als erster Staat daraus 85 Milliarden Euro.











