Griechischer Ministerpräsident kritisiert EU-Koordination
"Es fehlte an Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen der EU", sagte Papandreou. "Zwischen der Kommission, den Staaten, der EZB, und sogar innerhalb dieser Institutionen gab es verschiedene Ansichten."

Foto © ReutersGiorgos Papandreou, griechischer Ministerpräsident
Im Ringen um eine Lösung der Schuldenkrise hat es nach den Worten des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou in der Europäischen Union an Koordination gemangelt. All dies habe der Position Griechenlands an den Märkten nicht geholfen. "Griechenland ist weder politisch noch wirtschaftlich eine Supermacht, die diesen Kampf alleine kämpfen kann."
Papandreou bemängelte außerdem, dass die EU ihren Einfluss nicht ausreichend nutze. "Mein Empfinden ist, dass Europa noch nicht verstanden hat, welche Kraft es hat, Regeln und Politikstrategien auszuarbeiten, um den internationalen Märkten die Stirn zu bieten", sagte der griechische Regierungschef. Die EU habe Griechenland zwar ihre Unterstützung zugesagt, im "Kampf gegen den Druck und die Psychologie der Märkte" bedürfe es aber eines entschlosseneren Vorgehens. "Heute steht die Glaubwürdigkeit Europas und ihr Wille, sich den internationalen Märkten zu stellen, auf dem Spiel", sagte Papandreou.
Rückendeckung für Athen
Er informierte sein Kabinett bei der Sitzung über die Ergebnisse des EU-Sondergipfels zu Griechenland am Donnerstag in Brüssel. Dabei hatten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs zunächst auf politische Rückendeckung für Athen geeinigt. Vorerst erhält das hoch verschuldete Griechenland also keine Finanzhilfen. Die EU-Staaten schlossen ein späteres Hilfspaket aber nicht aus.
Griechenland hat in den vergangenen Jahren Rekordschulden angehäuft, sein Haushaltsdefizit lag 2009 bei 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Gesamtschulden belaufen sich auf rund 300 Mrd. Euro.











