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Zuletzt aktualisiert: 01.12.2009 um 20:28 UhrKommentare

Die freundliche Seite des Rechts

Das Bald-EU-Land Kroatien führt in vorbildlicher Art Mediation als Teil von Zivilprozessen ein. Der Klagenfurter Gerhard Falk leitete die Umsetzungsgruppe.

Bal-EU-Land Kroatien führt verpflichtende Mediation bei allen Zivilprozessen ein

Foto © APBal-EU-Land Kroatien führt verpflichtende Mediation bei allen Zivilprozessen ein

"Warum sitzen die Streitenden bei mir, anstatt gemeinsam eine Lösung zu finden?" Das fragte sich der Klagenfurter Gerhard Falk in seiner Zeit als Anwalt immer wieder - und machte eine Ausbildung zum Mediator.

Inzwischen denken andere auch so, zum Beispiel die EU. Ab 2011, so lautet eine Richtlinie, muss in allen Mitgliedsländern bei grenzüberschreitenden Wirtschaftsprozessen eine Mediations-Tagsatzung stattfinden.

Kroatien geht noch weiter und führt verpflichtende Mediation bei allen Zivilprozessen ein. 22 Monate lang leitete Falk die 30-köpfige Projektgruppe in Zagreb, die das umgesetzt hat. Sieben Staaten beteiligten sich daran.

"Die Holländer machten eine Evaluation und stellten fest, dass 90 Prozent der Klienten das wieder machen und weiter empfehlen würden", staunt Falk selbst, "sogar die Anwälte."

Die Erfolgsrate liegt bei über 50 Prozent. "Es macht schon einen Unterschied, ob man fünf Jahre prozessiert oder das Problem in einem halben Tag in fruchtbare Bahnen lenkt."

Falks Paradebeispiel ist faszinierend: der Piran-Konflikt, in dem Kroatien Slowenien den Zugang zum offenen Meer versperrte und Slowenien Kroatiens EU-Beitritt verhinderte. Falk: "Ales Zalar war ein Hauptexperte des Projektes und wurde dann neuer slowenischer Justizminister. Er ging in das Verhandlungsteam, und kurze Zeit später einigten sich die beiden Länder, den Konflikt unter Einbezug von Mediation und einem internationalen Schiedsgericht zu lösen."

Zum Abschluss hat Falk das Projekt Anfang der Woche in Zagreb vor 140 Spitzenpolitikern, Beamten und Managern präsentiert. "Da haben sich beide Justizminister erstmals getroffen - und die Stimmung war gut."

Nach fast zwei Jahren hat Falk seine Zelte im Mediationsparadies Kroatien abgebrochen und ist nach Klagenfurt zurückgekehrt. Hier will ein Masterprojekt für Mediatorenausbildung aufbauen.

JOCHEN BENDELE

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