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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2009 um 23:11 UhrKommentare

EU will Milchpreise von Supermärkten untersuchen

In der Diskussion um zu billige Milch will die EU die Supermarktpreise genauer unter die Lupe nehmen.

Foto © APA

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel teilte beim Treffen der EU-Landwirtschaftsminister am Montag in Luxemburg mit, die Entwicklung der Erzeugerpreise habe in den vergangenen Jahren mit der der Einzelhandelspreise nicht mitgehalten. Diese seien im Sommer 2007 um 17 Prozent angestiegen, von 2008 bis heute jedoch nur um zwei Prozent zurückgegangen. "Im gleichen Zeitraum fiel aber der Preis, den die Bauern bekommen, sogar unter das Ausgangsniveau", sagte Fischer Boel. "Wir wollen wissen, wie das möglich ist und wohin das Geld fließt."

Proteste. Am Rande des Treffens demonstrierten nach Polizeiangaben rund 3.000 Landwirte mit 300 Traktoren zum Teil gewaltsam für höhere Erzeugerpreise. Fischer Boel sagte, sie erwarte ein "deutliches Signal" vom Einzelhandel, sonst könne es "zum schlimmsten aller Szenarien" kommen: "Die Milchbauern stellen ihre Produktion ein und wir können europäische Verbraucher nicht mehr mit Frischmilch aus Europa versorgen." Das wünsche sich keiner der Beteiligten. In Deutschland wird Einzelhandelsriesen wie Aldi und Lidl vorgeworfen, Milch zu Dumpingpreisen zu verkaufen.

Lösungen. Die EU-Kommission will binnen der nächsten zwei Monate den Milchmarkt genau untersuchen und Lösungen für die Milchbauern vorschlagen. Fischer Boel nannte als Beispiel eine stärkere Absatzförderung. "Wir müssen unsere eigenen Produkte besser vermarkten und verkaufen, etwa in China", sagte sie. Und dafür müssen wir die finanziellen Mittel schaffen." Dies sei aber vor allem die Aufgabe der Mitgliedstaaten.

Fonds. Der tschechische Ressortleiter und amtierende EU-Ratsvorsitzende Jakub Sebesta sagte, aus dem EU-Strukturfonds für den ländlichen Raum stünden eine Milliarde Euro zur Verfügung, um die Bauern zu unterstützen.


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