EU will Milchpreise von Supermärkten untersuchen
In der Diskussion um zu billige Milch will die EU die Supermarktpreise genauer unter die Lupe nehmen.

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EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel teilte beim Treffen der
EU-Landwirtschaftsminister am Montag in Luxemburg mit, die
Entwicklung der Erzeugerpreise habe in den vergangenen Jahren mit der
der Einzelhandelspreise nicht mitgehalten. Diese seien im Sommer 2007
um 17 Prozent angestiegen, von 2008 bis heute jedoch nur um zwei
Prozent zurückgegangen. "Im gleichen Zeitraum fiel aber der Preis,
den die Bauern bekommen, sogar unter das Ausgangsniveau", sagte
Fischer Boel. "Wir wollen wissen, wie das möglich ist und wohin das
Geld fließt."
Proteste. Am Rande des Treffens demonstrierten nach Polizeiangaben rund
3.000 Landwirte mit 300 Traktoren zum Teil gewaltsam für höhere
Erzeugerpreise. Fischer Boel sagte, sie erwarte ein "deutliches
Signal" vom Einzelhandel, sonst könne es "zum schlimmsten aller
Szenarien" kommen: "Die Milchbauern stellen ihre Produktion ein und
wir können europäische Verbraucher nicht mehr mit Frischmilch aus
Europa versorgen." Das wünsche sich keiner der Beteiligten. In
Deutschland wird Einzelhandelsriesen wie Aldi und Lidl vorgeworfen,
Milch zu Dumpingpreisen zu verkaufen.
Lösungen. Die EU-Kommission will binnen der nächsten zwei Monate den
Milchmarkt genau untersuchen und Lösungen für die Milchbauern
vorschlagen. Fischer Boel nannte als Beispiel eine stärkere
Absatzförderung. "Wir müssen unsere eigenen Produkte besser
vermarkten und verkaufen, etwa in China", sagte sie. Und dafür müssen
wir die finanziellen Mittel schaffen." Dies sei aber vor allem die
Aufgabe der Mitgliedstaaten.
Fonds. Der tschechische Ressortleiter und amtierende EU-Ratsvorsitzende
Jakub Sebesta sagte, aus dem EU-Strukturfonds für den ländlichen Raum
stünden eine Milliarde Euro zur Verfügung, um die Bauern zu
unterstützen.











