Karas nach EU-Wahl mit über 106.000 Vorzugsstimmen
Der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament, Othmar Karas, will "verantwortungsvoll" mit den inzwischen über 106.000 Vorzugsstimmen umgehen, die er bei den EU-Wahlen vom vergangenen Sonntag erhalten hat. Immerhin habe er die Stimmen der Pro-Europäer, nicht nur aus der ÖVP, sondern auch von SPÖ und Grünen, überzeugen können, ihn zu wählen. Ihm gehe es auch nicht primär um Funktionen, so Karas.
Auch sehr viele Jugendliche seien motiviert gewesen und das sei ein "sehr positives Signal". Mit seinem Vorzugsstimmenwahlkampf sei es auch gelungen, die Arbeit der Europaabgeordneten zum Thema zu machen. Ihn habe vor allem die "Aufbruchstimmung" gefreut, die mit seinem Wahlkampf ermöglicht wurde. Die Zahl an Vorzugsstimmen sei "beeindruckend, damit habe ich nicht gerechnet".
Die Frage, ob er nun konkret vorhabe, sich wieder als Delegationsleiter zu bewerben, obwohl schon am Sonntag die anderen ÖVP-Abgeordneten erklärt hätten, sie würden den Spitzenkandidaten Ernst Strasser wählen, beantwortete Karas abwartend. "Der Auftrag ist, mit diesem Ergebnis, das neben Freude auch Demut" bei ihm bewirke, verantwortungsvoll umzugehen.
"Das ist auch ein Auftrag an mich persönlich, an meine Arbeit als Europaparlamentarier. Aber auch ein Auftrag an die Partei, die ja direkt und indirekt ebenfalls davon profitiert hat", spielt Karas den Ball an die ÖVP-Spitze zurück. Seine Wähler hätten jedenfalls einen "aufrechten Gang" sowie "Unabhängigkeit durch Kompetenz" honoriert. Aber es gehe "nicht primär um Funktionen, sondern um die Art des Umgangs mit diesen Stimmen" und das sei auch eine Frage an die Partei.
Formal ist Karas bis 13. Juli als Delegationsleiter im Amt. Das neu gewählte Europaparlament tritt am 14. Juli zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.











