ÖVP fordert nach EU-Wahl SPÖ zum Duell um Wien
Die Wiener ÖVP schwört sich nach der EU-Wahl auf ihrer Klubklausur am Mittwoch bereits auf den Wahlkampf für den Wiener Urnengang 2010 ein. Schließlich lag die ÖVP mit 18,05 Prozent nur rund zehn Prozentpunkte hinter der SPÖ. "Das hat es noch nie gegeben", freute sich Klubobmann Matthias Tschirf. Nun sei klar, dass es kein Duell zwischen SPÖ und FPÖ um Wien gebe, sondern zwischen SPÖ und ÖVP.
Das Wahlziel sei dabei 20 Prozent plus X, so Tschirf. Die SPÖ sei demoralisiert und die große Zahl der Nichtwähler ein Reservoir für die ÖVP. Dabei kann die Volkspartei mit dem anberaumten Wahltermin im Herbst 2010 durchaus leben: "Eine Vorverlegung fordern wir nicht, aber wenn es früher kommt, dann wird der Häupl früher abgewählt, was auch kein Fehler wäre", unterstrich Ingrid Korosec, die seit Jänner als "Parteimanagerin" fungiert und für die "Kampagnisierung der Aktivitäten" zuständig ist.
"Wir werden nun unsere Standpunkte gebetsmühlenartig stärker formulieren", umriss Tschirf seine Pläne. Dazu gehöre etwa, dass man den Bürgern nicht ständig in die Taschen greifen dürfe. Auch solle die Bezirksarbeit anhand konkreter Problemstellungen intensiviert werden. Man setze als Partei auf bürgerliche Tugenden wie Respekt, Würde und Ordnung. Als zentrale Bedingung für eine etwaige Koalition unter ÖVP-Beteiligung untermauert die Partei erneut ihre Forderung nach einer großangelegten Änderung der Stadtverfassung, welche die autokratischen Rechte des Bürgermeisters beschränke und mehr Bürgernähe bringe.
Die Wiener SPÖ reagierte amüsiert auf die Duell-Ankündigung der ÖVP. "Wir sind für so einen Blödsinn nicht zu haben", meinte der SPÖ-Klubvorsitzende Siegi Lindenmay: "Es mögen sich andere im Wald oder wo auch immer duellieren." Man werde stattdessen weiterhin mit vollem Einsatz für die Menschen arbeiten.











