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Zuletzt aktualisiert: 07.06.2009 um 13:55 UhrKommentare

EU-Wahl: Wechselhaftes Wetter zum Urnengang

Die EU-Wahl ist in Österreich am Sonntag eher schleppend angelaufen. Aus fast allen Bundesländern wurde bis Mittag eine geringere Beteiligung als vor fünf Jahren gemeldet.

Foto © APA

In der Bundeshauptstadt Wien gingen in etwa so viele Wähler zur Urne wie 2004. Erwartet wird bei der Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins zwischen SPÖ und ÖVP. Während sich der sozialdemokratische Spitzenkandidat Hannes Swoboda bei der Stimmabgabe eher skeptisch gab, strahlte VP-Spitzenmann Ernst Strasser Zuversicht aus.

Strasser in Grafenwörth. Der ehemalige Innenminister ging mit mit Lebensgefährtin Elisabeth Kaiser an der Seite in Grafenwörth zur Wahl. Die Chance sei da, Nummer eins zu werden, frohlockte Strasser, der zur Ertüchtigung bereits in den Morgenstunden einen Lauf und einen Sprung in einen Badesee hingelegt hatte. Auch der Listenzweite Othmar Karas, der sich erhofft, durch seinen Vorzugsstimmenwahlkampf noch die Nummer eins bei den Schwarzen zu werden, zeigte sich hoffnungsfroh. Er erwarte sich ein "sehr gutes Ergebnis". Die Vorzugsstimme gab sich Karas, der gemeinsam mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) im Wahllokal erschien, natürlich selbst.

SPÖ optimistisch. Bei den Sozialdemokraten, die 2004 noch Platz eins errungen hatten, war der Optimismus deutlich geringer ausgeprägt. "Ich bin Realist", gab sich Spitzenkandidat Swoboda auf die Frage nach dem Wahlausgang zurückhaltend: "Man muss kämpfen. Manchmal wird man Erster, manchmal wird man Zweiter." 2004 sei die SPÖ trotz des starken Einbruchs der damaligen Regierungspartei FPÖ nur knapp vor der ÖVP gelegen. Diesmal sei die FPÖ in Opposition. Das sei eine andere Ausgangsposition.

H.P. Martin zuversichtlich. Platz drei vor allem gegen die FPÖ zu verteidigen hat Hans-Peter Martin. Während sich direkt nebenan Hobby-Sportlerinnen beim Frauenlauf durch den Prater quälten, schlenderte der unabhängige EU-Rebell mit Ehefrau Heike gemächlich in sein Wahllokal im Zweiten Wiener Gemeindebezirk, legte sich ein wenig - wenngleich mehr scherzhaft - mit der roten Wahlbeisitzerin an und gab sich in seiner Zielsetzung bescheiden. Für ihn wäre schon das Erreichen eines Mandats persönlich ein Erfolg. Beim letzten Mal hatte seine Liste noch zwei Sitze geholt.

FPÖ will zwei Mandate. Mindestens zwei Mandate peilen die Freiheitlichen an, die mit Martin in den Umfragen in etwa gleichauf liegen. Spitzenkandidat Andreas Mölzer schritt siegesbewusst am Ossiachersee zur Wahl: "Wir können nur gewinnen, das weiß eh ein jeder", meinte der freiheitliche EU-Vertreter angesichts eines Ausgangswertes von nur 6,3 Prozent. Bei seiner Zielsetzung gab sich Mölzer im Vergleich zu den Umfragedaten bescheiden. Eine Verdoppelung der Stimmen wäre sein Ziel.


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