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Zuletzt aktualisiert: 19.05.2009 um 07:33 UhrKommentare

EU-Wahlkampf-Auftakt der FPÖ in Kärnten

Mit Kugelschreibern und Feuerzeugen wirbt FP-Chef Strache in Kärnten für EU-Spitzenkandidaten Mölzer. Über den Zustand der Kärntner FPÖ redet er ungern.

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache

Foto © Reuters/RubraFPÖ-Chef Heinz Christian Strache

Es gibt viele Themen, über die FPÖ-Chef Heinz Christian Strache gerne sprechen würde. Die Situation der Kärntner Landespartei gehört definitiv nicht dazu. Bekanntlich hat die FPÖ den Einzug in den Landtag verpasst, im Herbst soll ein neuer Parteichef als Nachfolger von Franz Schwager gewählt werden.

Wortkarg. "Kärnten ist eine Sondersituation. Die Partei muss sich neu aufstellen", gab sich Strache bei seinem Kärnten-Besuch am Montag wortkarg. Er werde sich jedenfalls nicht einmischen. Auch zu den sich abzeichnenden beiden Interessenten für die Parteiführung, Landtagswahl-Spitzenkandidat Mario Canori und Nationalrat Harald Jannach, ist ihm nichts zu entlocken: "Das muss die Landesgruppe entscheiden. Von mir gibt es keine Präferenz."

Canori oder SChwager? Bisher galt Strache als Befürworter Canoris, der als Hoffnungsträger anstelle Schwagers in den Wahlkampf zog und gerade einmal 3,76 Prozent bekam. Ob Schwager besser abgeschnitten hätte? "Mit Schwager hätte es das gleiche Ergebnis gegeben", stellt Strache klar. Ende der Debatte.

EU-Wahl. Immerhin ist er wegen der EU-Wahl nach Kärnten gekommen. Gemeinsam mit dem blauen Spitzenkandidaten Andreas Mölzer besucht Strache die Büchsenmacher Genossenschaft in Ferlach. Ein Heimspiel: Am Cola-Automaten klebt ein Artikel, der Pläne zur europaweiten Regulierung des Waffenbesitzes beklagt. "EU-Wahl: SPÖ, ÖVP, Grüne" hat jemand in dicken roten Lettern darüber gemalt. Und die drei Parteien durchgestrichen. Soll heißen: Wer wie sie die neue Regelung befürwortet, ist für Waffenhersteller unwählbar. "Immerhin geht es um Arbeitsplätze", sagt Geschäftsführer Valentin Krassnig. "Unglaublich", seien die EU-Pläne, wettert Strache. "So fängt es an. Was kommt als Nächstes?"

Betriebsrundgang. Beim Betriebsrundgang hält er sich mit politischen Ansagen hingegen zurück. Lieber fachsimpelt Strache mit der Belegschaft, erkundigt sich nach dem Wohlergehen. "Heiß ist es heute. Müssen Sie noch lange arbeiten?", fragt er eine Mitarbeiterin. Schon, aber halb so schlimm, wiegelt diese ab. Der Raum sei gut temperiert.

"Noch Verteilmaterial?". Strache wendet sich an seinen Begleittross: "Geh, hamma noch ein Verteilmaterial für die Dame?" Flugs wird sie mit Kugelschreibern und Feuerzeugen eingedeckt. "Auf Wiedersehn! Baba!" Auf Strache warten noch eine Rede in Villach, eine abendliche Kneipentour. Und die Angestellte muss weiterarbeiten.

WOLFGANG RÖSSLER

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