Nervosität über US-Finanzkrise hilft Euro auf Rekordhoch
Auch schlechte Konjunkturnachrichten aus Deutschland konnten den Euro auf seinem Weg zum Rekordhoch nicht bremsen.
Foto © aboutpixel.de/Sven SchneiderUS-Dollar weiter auf dem Weg nach unten
Die jüngste Zuspitzung der Finanzkrise hat
den Euro am Dienstag zeitweise auf einen neuen Rekordstand getrieben.
In der Spitze kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,6038
US-Dollar. Damit wurde der Mitte April erreichte alte Rekord von
1,6018 Dollar leicht übertroffen. Am späten Nachmittag kostete der
Euro noch 1,5980 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den
Referenzkurs am Mittag auf 1,5990 (Montag: 1,5847) Dollar
festgesetzt. Der Dollar war 0,6254 (0,6310) Euro wert.
Große Angst.
"Die Angst ist groß, dass in den USA noch nicht alles ausgestanden
ist", sagte Devisenexperte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus.
Dies belaste den Dollar. Der jüngste Kursschub beim Euro sei auch
durch die nach wie vor hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten
ausgelöst worden. Belastet von der Finanzkrise verzeichneten die
Börsen rund um den Globus erneut kräftige Verluste. Sichere Anlagen,
wie Gold oder Rohstoffe waren hingegen gefragt. Ein breit angelegtes
Rettungspaket von US-Regierung und Notenbank für die angeschlagenen
US-Hypothekenfinanzierer konnte die Stimmung zuletzt nicht
grundlegend aufhellen.
Nicht zu bremsen.
Selbst ein unerwarteter Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen in
Deutschland bremste den Euro-Höhenflug am Mittag kaum. "Der Blick
geht wieder verstärkt in Richtung Vereinigte Staaten", betonte Amend.
Dort zeichne sich nach wie vor keine nachhaltige Erholung ab. So
mache die enttäuschende Entwicklung der Einzelhandelsumsätze im Juni
wenig Mut für die kommenden Monate. Trotz umfangreicher
Steuer-Schecks erhöhten sich die Umsätze nur leicht. Auch
US-Notenbankpräsident Ben Bernanke habe kein sonderlich
optimistisches Konjunkturbild gezeichnet. Vor dem Hintergrund der
erhöhten Inflationsrisiken nehme die US-Notenbank derzeit eine
neutrale Position ein. Rückendeckung durch höhere Leitzinsen in den
USA für den Dollar sei somit vorerst nicht in Sicht, sagte Amend.
Vergleich.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für
einen Euro auf 0,79555 (0,79750) britische Pfund, 167,48 (169,24)
japanische Yen und auf 1,6065 (1,6232) Schweizer Franken fest. Auch
Gold war gefragt: Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit
986,00 (968,00) Dollar gefixt. Die 1.000-Dollar-Marke rückt damit
wieder in Reichweite. Der Kilobarren kostete 19.760 (19.450) Euro.
Features
Grüne und Effekte
Als Grund für den schwachen US-Dollar nennen Börsen-
händler die
wachsende Sorge um die US-Wirt-
schaft und ihren Finanz-
markt-Sektor.
Wegen der schwächelnden US-Wirtschaft flüchten viele Anleger in
den Euro.











