Britisches Oberhaus stimmte für Ratifizierung von EU-Reformvertrag
Sechs Tage nach dem Nein der Iren hat Großbritannien dem EU-Reformvertrag von Lissabon zugestimmt.

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Das britische Oberhaus hat den Weg für die
Ratifizierung des EU-Vertrags von Lissabon freigemacht: Nach dem
Unterhaus sprach sich am Mittwochabend auch das House of Lords dafür
aus, das Reformwerk anzunehmen. Am Donnerstagvormittag sollte Queen
Elizabeth II. dem Vertrag noch zustimmen. Zum Gipfeltreffen der
EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel könnte der britische
Premierminister Gordon Brown danach mit der Ratifizierungsurkunde
seines Landes anreisen. Das als EU-skeptisch bekannte Großbritannien
wäre damit das erste Land, das nach dem Nein der Iren den
Reformvertrag ratifiziert.
Wortgefechte.
Im Oberhaus hatte es vor der Abstimmung heftige Wortgefechte
gegeben. Nach dem Nein der Iren in der vergangenen Woche beantragte
die konservative Opposition, das Votum zu verschieben. Der Antrag
wurde aber mit 277 zu 184 Stimmen abgelehnt. "Wenn der Vertrag
wirklich tot ist, dann ist die nächste Etappe zwecklos und reine
Zeitverschwendung", sagte Lord David Howell. Wenn es Änderungen gebe,
sei es Pflicht des Oberhauses, dem Unterhaus die Möglichkeit zu
geben, noch einmal über seine Entscheidung nachzudenken. Die
gewählten Volksvertreter im Unterhaus hatten bereits im März der
Ratifizierung zugestimmt.
Proteste.
Während der Debatte gab es immer wieder Proteste von der
Zuschauerbühne. Darin wurde unter anderem auf das Nein der Iren
verwiesen sowie darauf, dass es sich beim House of Lords um kein
gewähltes Gremium handle. Vier Zuschauer wurden des Saales verwiesen.
Brown optimistisch.
Noch kurz vor der Abstimmung im Oberhaus hatte Premierminister
Brown unterstrichen, das irische Nein habe keinen Einfluss auf den
Ratifizierungsprozess in anderen EU-Ländern. "Wir respektieren die
Entscheidung der Iren. Sie haben sich mehr Zeit ausgebeten, um
darüber nachzudenken, wie sie mit der Situation umgehen. Sie haben
aber weder vorgeschlagen, die Ratifizierung des Lissabonner Vertrages
in anderen Ländern zu verschieben noch ihren Wunsch erklärt, dass der
gesamte Prozess aufgehalten werden soll", sagte Brown in der ersten
Kammer des Parlaments.
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Insgesamt haben die Konservativen zwölfmal erfolglos versucht, das Ratifizierungsverfahren zu ändern. Zuletzt wurde Anfang Juni ihr Vorhaben mit 280 zu 218 Stimmen abgelehnt, ein Referendum über den EU-Vertrag abzuhalten.











