Pöttering fordert vorläufigen Stopp der EU-Erweiterung
Der Präsident des Europäischen Parlaments bringt ein "Kerneuropa" ins Gespräch. Trotzdem: Druck auf Irland soll erhöht werden.

Foto © APHans-Gert Pöttering: Druck auf Irland
Nach Irlands Nein zum EU-Reformvertrag hat der
Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, einen
vorläufigen Stopp der EU-Erweiterung gefordert. "Solange der
Reformvertrag nicht in Kraft ist, kann es - vielleicht mit Ausnahme
Kroatiens - keinen weiteren Beitritt zur EU geben", sagte Pöttering
dem deutschen Blatt "Bild am Sonntag". "Das Nein der Iren hat die
Europäische Union in die Krise gestürzt."
"Kerneuropa".
Pöttering habe zugleich die Idee eines "Kerneuropas" ins Gespräch
gebracht. "Wir brauchen eine Debatte über die Zukunft Europas. Darin
wird der Gedanke eines Europas der zwei Geschwindigkeiten, in dem ein
Kern von Mitgliedern voranschreitet, eine Rolle spielen", sagte der
CDU-Politiker. "Ich würde es allerdings bevorzugen, dass alle Länder
der EU den Weg in eine gemeinsame Zukunft mitgehen."
Druck verstärkt.
Pöttering verstärkte demnach den Druck auf Irland, eine Lösung zu
finden. "Unsere irischen Partner sollten auf dem EU-Gipfel in der
kommenden Woche einen Weg aufzeigen, was Irland tun kann, um aus
dieser schwierigen Situation zu kommen", sagte er. "Es ist von großer
Bedeutung, dass wir die Reform der Europäischen Union noch vor den
Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2009 verwirklichen."











