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Zuletzt aktualisiert: 11.05.2008 um 22:31 Uhr

Spanier betrogen die EU mit "schwarzer Milch"

Wegen der Milchquote haben Molkereien und Bauerngenossenschaften 1,2 Milliarden Liter Milch illegal an den Mann gebracht.

Foto © APA

Spanische Milchproduzenten sollen die Europäische Union um 250 Millionen Euro betrogen haben. Wie die Madrider Zeitung "El Pais" am Sonntag berichtete, brachten spanische Großmolkereien und Genossenschaften in der Zeit von 1997 bis 2005 insgesamt 1,2 Milliarden Liter Milch illegal auf den Markt. Mit dieser "schwarzen Milch", wie es im Fachjargon heißt, umgingen die Produzenten die Zahlung von Strafgebühren an die EU in Höhe von 250 Millionen Euro, die wegen Überschreitung der damals geltenden Milchquoten eigentlich fällig geworden wären.

Scheinfirmen. Nach einem Bericht des Madrider Agrarministeriums sollen rund 30 Unternehmen in die Affäre verwickelt sein. Dazu gehören nicht nur bedeutende Großmolkereien, sondern auch kleine Bauerngenossenschaften. Zur illegalen Vermarktung von Milch dienten nach Angaben der Zeitung drei Scheinfirmen, die falsche Rechnungen ausstellten.

Betrug "allgemein bekannt". Insgesamt werde gegen etwa 100 Verdächtige ermittelt, schreibt das Blatt. Die Polizei äußerte sich in einem Bericht an die Justiz überrascht darüber, dass die Regierung nicht früher eingeschritten sei. Der Betrug in der Milchwirtschaft sei "allgemein bekannt" gewesen.


Fakten

In Österreich hat sich die Zahl der Milchbauern seit dem EU-Beitritt auf 43.500 nahezu halbiert.

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