Pühringer: "Amtierender Präsident unschlagbar"
Für die oberösterreichischen Landesparteien ist das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl nicht überraschend. Laut ÖVP sei "ein amtierender Präsident unschlagbar", Fischer habe mehr erreicht als erwartet, so die SPÖ. Die FPÖ zeigte sich "annähernd zufrieden", die Grünen sehen sich in ihrer Wahlempfehlung bestätigt.

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Nach Ansicht von Oberösterreichs ÖVP-Chef Landeshauptmann Josef Pühringer war die Wahlbeteiligung deshalb so niedrig, "weil alle gesagt haben, dass die Sache sowieso gelaufen ist". Dass die Volkspartei nach Erwin Prölls Rückzieher keinen Kandidaten aufgestellt hat, bezeichnete er als eine "kluge Entscheidung". "Ein amtierender Bundespräsident ist in der Wiederwahl de facto unschlagbar", sagte Pühringer. Es gelte, über den Modus nachzudenken - eine Variante sei eine verlängerte Periode nach der Direktwahl, die andere das deutsche Wahlmodell. Die FPÖ-Strategie eines "Probegalopps" für die Wiener Gemeinderats- und die steirischen Landtagswahlen sei nicht aufgegangen, so der Landeshauptmann. Mit ihrem NS-Sager habe Barbara Rosenkranz sicher einen gravierenden Fehler gemacht.
Fischer habe mehr erreicht erreicht, als er erwartet habe, sagte SPÖ-Landesparteivorsitzender Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl, der mit "rund 75 Prozent" gerechnet hat. Der Kritik, der Bundespräsident habe in den vergangenen sechs Jahren zu wenig offensiv agiert, kann sich Ackerl nicht anschließen. "Er hat so agiert, wie er ist, und in gewissen Situationen Mut bewiesen", verwies der oberösterreichische SPÖ-Chef auf das Asylthema. Zudem habe Fischer sich betreffend der "Kronen Zeitung" kein Blatt vor den Mund genommen. Ackerl sieht, wie er selbst sagt, keinen Grund, den Wahlmodus zu ändern. "Was können wir dafür, dass die ÖVP niemand aufgestellt und appelliert hat, weiß zu wählen?" Die Bevölkerung habe sich beteiligt, indem sie sich nicht beteiligt habe, so Ackerl.
Der oberösterreichische FPÖ-Obmann Manfred Haimbuchner erklärte zum Wahlergebnis, er sei "annähernd zufrieden", denn es seien in etwa die Prozente der vergangenen Landtagswahl erreicht worden. Ein Erfolg wäre aber gewesen, wenn das Ergebnis von bundesweiten Wahlen übertroffen worden wäre, etwa der vergangenen Nationalratswahl. Man werde das Abschneiden von Barbara Rosenkranz analysieren müssen. Es habe eine Medienkampagne gegen sie gegeben. Man müsse aber auch die Ausrichtung überlegen und noch mehr in die Mitte rücken. Die erschreckend niedrige Wahlbeteiligung bedeute, dass die Österreicher keinen "Ersatzkaiser" wollten. Er plädiere daher dafür, dieses Amt abzuschaffen.
"Für mich ist das Ergebnis nicht überraschend", erklärte der Grüne Landessprecher Landesrat Rudi Anschober. Es habe sich gezeigt, dass die Wahlempfehlung seiner Partei für Fischer absolut richtig gewesen sei. "Die extremen Kandidaten hatten keine Chance, und das ist gut so", sagte Anschober. Von Fischer erwartet er sich, dass dieser in seiner zweiten Amtsperiode ein stärkerer Präsident werde und seine im Grünen Hearing abgegebenen Zusagen wie Klimaschutz, Einhaltung der Verfassung und ein Eintreten gegen Rechts umsetze. Auf die niedrige Wahlbeteiligung angesprochen, erklärte der Landessprecher, dass sich die Empfehlung von Teilen der ÖVP, nicht oder weiß zu wählen, sicher negativ ausgewirkt habe. Zudem habe es keinen an Themen reichen Wahlkampf gegeben.














