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Knapp 79 Prozent: Heinz Fischer bleibt Präsident Burgstaller: "Österreicher schätzen die Arbeit von Fischer" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Bundespräsidentenwahl Nächster Artikel Knapp 79 Prozent: Heinz Fischer bleibt Präsident Burgstaller: "Österreicher schätzen die Arbeit von Fischer"
Zuletzt aktualisiert: 25.04.2010 um 13:37 Uhr

Sonnenwahl um die Hofburg mit wenig Publikumsinteresse

Die Hofburg-Wahl bewegt die Österreicher offenbar nicht allzu sehr. Aus praktisch allen Bundesländern wurde bis zu Mittag ein deutlich niedrigere Beteiligung als vor sechs Jahren gemeldet.

Fischer und Gattin Margit auf dem Weg zur Stimmabgabe

Foto © APAFischer und Gattin Margit auf dem Weg zur Stimmabgabe

Die niedrige Wahlbeteiligung dürfte nicht nur am strahlenden Frühlingswetter liegen sondern auch an der nicht unbedingt spannenden Ausgangsposition. Bundespräsident Heinz Fischer werden in Umfragen bis zu 80 Prozent zugetraut, dementsprechend zeigte er sich bei der Stimmabgabe Sonntagmittag auch zuversichtlich.

Fischer "entspannt"

Als Ziel gab er aus, eine deutliche Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erreichen. Fragen nach der Beteiligung wich er eher aus, indem er etwa anmerkte, froh zu sein, in einem Land zu leben, in dem es die Möglichkeit gebe, frei und unabhängig zur Wahlurne zu schreiten. Allzu nervös wirkte Fischer, der frühlingshaft im hellgrauen Anzug und begleitet von Ehefrau Margit in seinem Wahllokal in Wien-Josefstadt erschien, nicht. Er sei eigentlich schon entspannt, befand der Amtsinhaber und meinte, diese Lockerheit komme wohl mit dem Alter.

Während das Staatsoberhaupt geduldig Medien aus dem In- und Ausland für Interviews bereit stand und ausführliche Preisungen der Wahlleiterin freundlich über sich ergehen ließ, zeigte sich Herausforderin Barbara Rosenkranz verschlossen. Die freiheitliche Kandidatin erschien ohne Gemahl Horst-Jakob und auch ohne eines ihre zehn Kinder in ihrem Wahllokal im Heimatort Seebarn und hatte weder davor noch danach Lust, mit Journalisten zu plaudern. Ein schöner Frühlingstag sei, verkündete die niederösterreichische Landesrätin, um gleich danach ins Private abzurauschen.

Der Chef der Christen-Partei Rudolf Gehring hat - Meinungsumfragen hin oder her - auch am Wahltag seine Zuversicht behalten. Er sei weiter optimistisch, eine Stichwahl gegen Heinz Fischer zu erreichen, verkündete Gehring, der mit seiner Frau Edeltraud in einem Wahllokal im niederösterreichischen Perchtoldsdorf erschien. Zumindest sich selbst hat Gehring überzeugt: "Eines kann ich sagen, die Entscheidung ist mir leicht gefallen."

Besonders streng beäugt wird am heutigen Wahltag die ÖVP, die sich ja auf keine Wahlempfehlung festlegen wollte und die Option des Weißwählens durchaus hervorhob. Mitgemacht haben die Spitzen jedenfalls. Parteichef Josef Pröll lieferte einen Fotobeweis, dass er Brief gewählt hat und sein Onkel Erwin Pröll, der lange selbst mit einer Kandidatur geliebäugelt hatte, schritt persönlich ins Wahllokal.

Fischer in Umfragen weit voran

Geht es nach den Meinungsforschern, wird Fischer heute einen Erdrutschsieg feiern. Das Staatsoberhaupt liegt in Umfragen bei bis zu 80 Prozent, womit der Rekord von Rudolf Kirchschläger aus dem Jahr 1980 mit 79,8 Prozent wackelt. Rosenkranz würde demnach bestenfalls ihr persönliches Wahlziel von 17 Prozent, das beste Abschneiden eines freiheitlichen Kandidaten bei einer Präsidentschaftswahl, erreichen. Für Gehring wäre es diesen Umfragen zu Folge wohl schon ein Erfolg, könnte er die fünf Prozent überspringen. Interessant wird die Wahlbeteiligung, die eventuell sogar unter 60 Prozent liegen könnte. Der Minusrekord datiert von der letzten Wahl 2004, als die Beteiligung auf 71,6 Prozent schrumpfte.


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