Rosenkranz-Abschluss als Strache-Auftakt
Die Abschlusskundgebung der freiheitlichen Bundespräsidentschaftskandidatin, Barbara Rosenkranz, Freitagabend auf dem Wiener Ballhausplatz ist zum insgeheimen Auftakt für den Wien-Wahlkampf von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geworden.

Foto © APABarbara Rosenkranz und H.C. Strache
Strache, der beim Wahlkampfauftakt seiner Kandidatin aufgrund eines Unglücksfalles in der Familie gefehlt hatte, begann seine Rede vor den rund 700 FPÖ-Anhängern gleich mit Selbsthuldigung. "Für mich ist es ein wundervoller Tag", meinte er, vor fünf Jahren sei er, Strache, zum Parteiobmann der FPÖ gewählt worden. Schließlich ging er doch auf Rosenkranz ein. Durch ihren Antritt bei der Wahl habe man dafür gesorgt, dass es nicht zu "nordkoreanischen Verhältnissen" komme. Man habe den amtierenden Präsidenten Heinz Fischer nicht alleine das Feld überlassen wollen.
"Eigentlich sollten alle linken Frauen und Kampfemanzen in diesem Land dankbar sein, dass sie jetzt die Möglichkeit haben, eine freiheitliche Kandidatin zu wählen", so Strache. Abermals verteidigte er seine Kandidatin auch in Sachen NS-Verbotsgesetz gegen "Sachen, die sie nicht gesagt hat". Nach wie vor sei Rosenkranz Diffamierungen ausgesetzt, Strache griff abermals verschiedene Medien an. Auch sei es "absoluter Unsinn", dass sich Strache von Rosenkranz im Wahlkampf distanziert habe.
Kernthema Zuwanderung
Ein konkretes Wahlziel für den Sonntag wollten bei der Abschlusskundgebung weder die Kandidatin selbst noch der Parteiobmann formulieren. "Ich bin überzeugt, dass wir ein erfolgreiches Ergebnis einfahren werden", blieb Strache eher unkonkret. Unter einer freiheitlichen Bundespräsidentin wäre zumindest alles besser, als unter Fischer. Der FPÖ-Chef ging vor allem auf das freiheitliche Kernthema Zuwanderung ein, um sogleich bei der Situation in der Bundeshauptstadt, wo er selbst bei den Gemeinderatswahlen kandidieren will, anzugelangen. So gebe es in manchen Schulklassen nur mehr ein bis zwei österreichische Kinder. Integration finde in der Bundeshauptstadt unter Häupl nicht statt. Weiter vom Thema ab kam Strache als er das Thema Missbrauch in Kirchenkreisen ansprach. So verteidigte er etwa den Papst und die "unglaublichen, unwürdigen Diffamierungen", denen der Heilige Vater ausgesetzt sei. Für Strache ist auf jeden Fall klar: "Es darf keine Verjährung geben, wenn sich jemand an Kindern vergreift."
Rosenkranz, die auf der Bühne von Strache Blumen geschenkt bekam, überreichte ihrem Parteiobmann zum Jubiläum der Obmannschaft gleich zu Beginn einen Marillenbaum. Dieser sei Sinnbild für das große Wachstum der Freiheitlichen Partei, das Strache herbeigeführt habe. "Unser Ziel heißt Wiener Rathaus und Hofburg", konnte auch sie den anstehenden Wahlkampf in der Bundeshauptstadt nicht ganz aus dem Blick lassen. Zugleich schoss sie sich auch auf ihren Gegenkandidaten Fischer ein. Dieser sei ein "feiger Diskussionsverweigerer", sie hingegen "eine Frau aus dem Volk". "Wo wären wir denn in diesem Land ohne Mütter und Hausfrauen?", verteidigte sie sogleich ihr Bekenntnis, welches angeblich für Kritik aus den linken Reihen gesorgt habe. "Für mich ist das ein Ehrentitel."
Sich selbst verteidigte Rosenkranz auch was die ihr vorgeworfene mangelnde Erfahrung auf dem außenpolitischen Parkett betrifft. "Es ist noch niemand als Bundespräsident auf die Welt gekommen, auch Heinz Fischer nicht." Auch das Ausland sehe ihre Kandidatur mit "Gelassenheit, davon bin ich überzeugt". Und weiter: "Ein schlechtes Bild auf Österreich werfen nur die, die immer wieder behaupten, ich wäre der Teufel persönlich und die Welt muss sich vor mit fürchten."
Die Veranstaltung auf dem Ballhausplatz, die zuerst mit dem "Zillertaler Hochzeitsmarsch", gespielt von der steirischen Volksmusikgruppe (richtig) "Juchee" gespielt wurde, endete mit dem Absingen der Bundeshymne.















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