"Die Lawine rollt": Gehring will Rosenkranz überholen
Der Obmann der Christlichen Partei Österreichs zeigt sich für das Rennen um die Hofburg optimistisch: Er will sich in einer Stichwahl mit Amtsinhaber Fischer messen.

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Rudolf Gehring will bei der Bundespräsidentenwahl am 25. April Barbara Rosenkranz überholen und sich in einer Stichwahl mit Amtsinhaber Heinz Fischer messen. "Man kann es kaum in Worte kleiden, welche Zustimmung ich bekomme", sagte der Bundesobmann der Christlichen Partei Österreichs am Mittwoch im Interview mit der APA: "Die Lawine rollt unaufhaltsam." Gehring ist Abtreibungs- und Minarettgegner, er setzt auf christliche Soziallehre und Mitsprache der Bürger.
Letzteres lässt ihn vehement gegen den Vorschlag auftreten, die Amtszeit des Bundespräsidenten von sechs auf acht Jahre zu verlängern. "Ich bin strikt dagegen, weil das neuerlich die Bürgermitbestimmung schwächt." Auch die bisherige Wiederwahlmöglichkeit will Gehring beibehalten.
Das ehemalige ÖVP-Mitglied kritisiert, dass die Parteien vor allem am möglichst ungestörten Regieren interessiert seien. Sich selbst sieht er als "Gegenpol zu Parteiverflechtungen". Fischer ist ihm "zu ruhig und inaktiv", er selbst würde etwa Finanzminister Josef Pröll (V) einen verspäteten Budgetbeschluss nicht durchgehen lassen.
Gehring ist römisch-katholischer Konfession, christliche Werte würden zu wenig erkannt: "Ich würde das mit in die Hofburg nehmen, nicht vor der Hofburgtür abgeben", meinte er zu seinen Überzeugungen. Dennoch sei er weder einer Partei noch einer Religionsgemeinschaft verpflichtet. In Sachen Islam spricht sich Gehring für Gebetsräume, aber gegen Minarette in Österreich aus, Bekleidungsvorschriften - Stichwort Burkaverbot - will er aber niemandem machen.
Der ÖVP wirft der 51-jährige Präsidentschaftskandidat vor, sie habe "die Spur der christlichen Werte verlassen" - auch weil sie dem Kapital Vorrang vor Arbeitern und Angestellten gegeben habe. Er selbst will die christliche Soziallehre in den Mittelpunkt stellen. An Innenministerin Maria Fekter (V) kritisierte er, sie agiere in Asylfragen "unangemessen und überzogen". Asylwerber hätten es ohnedies sehr schwer und müssten viel zu lange auf Entscheidungen über ihren Status warten. Das Engagement von Caritas und Diakonie sei "eine gute Sache". Gegenüber dem Bleibewunsch der Familie Zogaj solle man großzügig sein: "Was vergeben wir uns da?"
Gehring tritt für ein Müttergehalt und gegen die Abtreibung auf. "Ich bin ein engagierter, überzeugter Lebensschützer", sagte er. Er achte die Tätigkeit jener, die vor Abtreibungskliniken "Menschenberatung" machen würden. "Sie stehen betend vor Kliniken. Denen Gewalt vorzuwerfen ist völlig absurd", so der christliche Kandidat: "Sie haben meine Unterstützung." Bei Gottesdiensten im Rahmen von Gebetsvigilien gegen die Abtreibung habe er selbst schon teilgenommen.
Die derzeitige Debatte um sexuellen Missbrauch in der Kirche hält Gehring für berechtigt. "Das kann man nicht verschweigen, jeder Missbrauchsfall ist um einen zu viel." Dass die Abschaffung der Ehelosigkeit der Priester hier etwas bringen könnte, glaubt er nicht: "Wer irregeleitet ist, wird sich immer an Kindern vergehen, das hat mit dem Zölibat wenig zu tun."














