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Zuletzt aktualisiert: 18.03.2010 um 13:21 Uhr

"Selbstverständlich gab es Gaskammern"

Wochenlang konnte sich Barbara Rosenkranz nicht zu klaren Worten durchringen, sogar eine eidesstattliche Erklärung gab sie ab. Am Donnerstag rang sie sich erstmals zu einer klaren Feststellung zum Thema Gaskammern durch.

Barbara Rosenkranz

Foto © ReutersBarbara Rosenkranz

Die freiheitliche Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz würde sich als Staatsoberhaupt mehr in aktuelle Themen einmischen. "Aufgabe des Bundespräsidenten ist es, den Finger in die Wunde zu legen", sagte sie am Donnerstag bei einer Pressekonferenz, in der sie die inhaltlichen Schwerpunkte ihres Wahlkampfes darlegte. So will sich Rosenkranz vermehrt zu den Themen Armuts- und Kriminalitätsbekämpfung äußern, wie auch eine Wertedebatte führen.

"Selbstverständlich hat es Gaskammern gegeben"

Rosenkranz hat sich am Donnerstag auch erstmals eindeutig zum Holocaust geäußert: "Selbstverständlich hat es Gaskammern gegeben. Selbstverständlich hat es schreckliche Verbrechen gegeben. Kein vernünftiger Mensch stellt das in Frage", stellte sie bei einer Pressekonferenz klar. Rosenkranz beendete mit ihrer Aussage zu den Gaskammern eine wochenlange Debatte. Kritiker hatten ihr teilweise Holocaust-Leugnung vorgeworfen. Die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin selbst sieht sich dabei als "Opfer eine Kampagne".

"Ich weiß, dass ich mir mit diesen Positionen den Gegenwind der Mächtigen einhandeln werde", so Rosenkranz. Trotzdem könne man als Bundespräsidentin die Regierung nicht aus der Verantwortung nehmen. Ihr geht es nicht um eine Einmischung ins tagespolitische Geschehen, sondern um das "Aufgreifen von großen Themen".

Kritik an "Fischers Unfähigkeit"

An Amtsinhaber Heinz Fischer kritisierte Rosenkranz zugleich, dass dieser unfähig sei, grundlegende Aufgaben als Bundespräsident zu lösen. So hat sie etwa ein mahnendes Wort zu den geplanten Steuererhöhungen vermisst. "Es hätte darauf hingewiesen werden müssen, dass man die Bürger endlich aufklären muss und nicht täuschen soll", nannte sie ein Beispiel ihres Amtsverständnisses. Es sei auch kein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein, "die Budgettricks der Bundesregierung auch noch zu decken".

Zugleich will Rosenkranz auch eine Wertedebatte im Wahlkampf führen, etwa wenn es um die Themen Familie und Heimat gehe. "Wer bei uns lebt, muss auch Bereitschaft haben, sich zu integrieren", fährt sie auch als Bundespräsidentschaftskandidatin ganz auf der Schiene ihrer Partei. Weiteres Thema werde der "Verlust der Souveränität unseres Heimatlandes", also der Lissabon-Vertrag, sein.


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