Berufungen gegen Urteil über Ex-Diktator Taylor

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Der liberianische Ex-Diktator Charles Taylor hat Berufung gegen seine Verurteilung zu 50 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen eingelegt. Er fechte laut dem Sondertribunal in Leidschendam sowohl den Schuldspruch gegen ihn als auch das festgelegte Strafmaß an. Die Staatsanwaltschaft legte ebenfalls Berufung ein, sie forderte 80 Jahre Haft für Taylor.
Ende Mai hatte das Gericht den 64-Jährigen in seinem Urteil eine Mitschuld an den Grausamkeiten des Bürgerkriegs im westafrikanischen Sierra Leone zugesprochen. Der damalige Präsident Liberias unterstützte die dortigen Kriegsherren. Taylor war das erste ehemalige Staatsoberhaupt, das seit den Nürnberger Prozessen nach dem Zweiten Weltkrieg von einem internationalen Gericht verurteilt wurde. Nach Ansicht Hollis' steht die Strafe aber nicht im Verhältnis zur Schwere der Verbrechen.
Taylor war am 26. April für schuldig befunden worden, als Präsident Liberias während des Bürgerkriegs im benachbarten Sierra Leone die Rebellen der Revolutionären Vereinten Front unterstützt zu haben. Einen Monat später wurde das Strafmaß gegen ihn verkündet. Taylor bewaffnete nach Überzeugung des Gerichts die Rebellen, die Kindersoldaten rekrutierten und Gräueltaten an Zivilisten begingen, und ließ seine Truppen an deren Seite kämpfen. Im Gegenzug soll sich Taylor sogenannte Blutdiamanten beschafft haben. Während des Kriegs wurden in den Jahren 1991 bis 2001 etwa 120.000 Menschen getötet.
Taylors Verteidiger werfen dem Gericht "systematische Fehler" vor, wie es in dem Berufungsdokument heißt. So seien "unbewiesene Gerüchte" als einzige Grundlage für einige Vorwürfe gegen Taylor verwendet worden. Auch die Staatsanwaltschaft legte Rechtsmittel gegen das Urteil des Tribunals ein, wie das Gericht in den Niederlanden mitteilte. Mit dem Fall soll sich nun die Berufungskammer des Tribunals auseinandersetzen.












