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Zuletzt aktualisiert: 15.07.2012 um 19:55 UhrKommentare

"Die Welt muss aufwachen und das Desaster erkennen"

Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union am Sonntag in Addis Abeba stand die dramatische Lage in Mali im Vordergrund. Neben der Bedrohung durch fanatische islamistische Gruppen sind überdies 18 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht.

Foto © APA

Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Jan Eliasson hat vor einer dramatischen Krise in Mali gewarnt. "Die Welt muss aufwachen und das anhaltende humanitäre Desaster erkennen, bei dem 18 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind", sagte Eliasson auf dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) am Sonntag in Addis Abeba.

Friedenssicherung vorrangig

Die AU, die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und die UNO müssten weiter zusammenarbeiten, um in Mali eine Regierung der nationalen Einheit zu ermöglichen und "die territoriale Integrität, den Frieden und die Sicherheit wieder herzustellen". Der Vize-Generalsekretär rief auch dazu auf, die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo "unverzüglich zu beenden".

Erstmals seit 1995 nahm mit dem neuen Präsidenten Mohammed Mursi das Staatsoberhaupt Ägyptens an einem AU-Gipfel teil. Der frühere Präsident Hosni Mubarak hatte sich nach einem missglückten Attentatsversuch bei einem Gipfel 1995 geweigert, an diesen halbjährigen Treffen - früher der Organisation Afrikanischer Staaten (OAS), heute der AU - teilzunehmen. "Ägypten wird alle seine Ressourcen nutzen, um die Integration Afrikas zu einem gemeinsamen Markt zu unterstützen", sagte Mursi.


Fakten

Ansar Dine sowie andere islamistische Gruppen und die Tuareg-Rebellen der MNLA (Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad) hatten Anfang April weite Gebiete im Norden Malis erobert. Sie wollen dort einen islamistischen Staat auf Grundlage der islamischen Rechtsprechung, der Scharia, errichten. Bisher haben islamische Fanatiker zahlreiche Kulturdenkmäler vor allem in Timbuktu zerstört. Malis schwache Zentralregierung hatte angekündigt, wegen der Verbrechen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzurufen.

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