Gegen die Drogenbosse in Mexiko kam Armee nicht an
Die Armee sollte die Arbeit der vielerorts korrupten Polizei erledigen. Doch die Strategie ging nicht auf. Bei der Präsidentenwahl am Sonntag wird Machtwechsel erwartet.

Foto © APAAndres Manuel Lopez Obrador stellt sich am Sonntag den Wahlen
Am internationalen Flughafen von Mexiko-City erschießen Angreifer drei Polizisten, in Panik gehen Touristen in Deckung. Stunden später räumt die Regierung ein: Die Mörder kommen aus den Reihen der Polizei und arbeiten nun für die Drogenkartelle.
Soldaten verkünden die Festnahme eines Sohnes des gesuchten Drogenbarons Joaquin "Shorty" Guzman. Doch einen Tag später muss die Staatsanwaltschaft erklären: Sie haben den falschen Mann gefasst. Währenddessen liefern sich im ganzen Land täglich Banden rivalisierender Drogenkartelle blutige Kämpfe; Auftragskiller überfallen Hochzeitsfeiern und Entzugsklinken. Die Leichen ihrer Entführungsopfer tauchen später mit Folterspuren und meist geköpft vor Polizeistationen liegend wieder auf.
Und so steht vor der Präsidentenwahl am Sonntag zumindest eines fest: Der scheidende Staatschef Felipe Calderon ist mit seinem Krieg gegen die Drogenkartelle gescheitert. Zwar schickte der konservative Politiker mehr als 50.000 Soldaten in den Kampf im eigenen Land. Die Armee sollte die Arbeit der vielerorts korrupten Polizei erledigen. Doch die Strategie ging nicht auf: Mexiko versank in Kugelhagel und Blutvergießen. So starben seit Anfang 2007 mehr als 55.000 Menschen im Drogenkrieg, darunter viele Zivilisten.
Beste Chancen auf Calderons Nachfolge hat daher Enrique Peña Nieto von der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI). Im Wahlkampf bezeichnete Peña Nieto die Gewalt als größtes Problem in Mexiko - nicht die Drogenkartelle.












