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Zuletzt aktualisiert: 12.06.2012 um 17:18 UhrKommentare

Kein Vertrauen in Entscheidungs-Träger

Schlechte Ergebnisse gibt es laut einer Umfrage weltweit für wirtschaftliche Entscheidungsträger. Mehr als weit mehr als die Hälfte der befragten Menschen glaubt, ihr Land wäre auf dem falschen Weg.

Dringendes Umdenken auf globaler Ebene wird gefordert

Foto © APADringendes Umdenken auf globaler Ebene wird gefordert

Die Menschen hegen weltweit ein großes Misstrauen in wirtschaftliche Entscheidungsträger. Nach einer am Dienstag veröffentlichten internationalen Gewerkschaftsumfrage sind 58 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich ihr Land in die falsche Richtung bewege. 66 Prozent glauben demnach, dass es künftige Generationen schlechter haben werden. 67 Prozent gaben an, dass internationale Banken und Finanzinstitutionen zu viel Einfluss auf die Entscheidungen der Regierungen hätten. Hingegen glaubten 67 Prozent, dass die Wähler nicht genug Einfluss auf die wirtschaftlichen Entscheidungen hätten.

78 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass internationale Banken und Finanzinstitutionen mehr für die globale Finanzkrise bezahlen sollten. Die Umfrage zeigte zudem eine wachsende Unsicherheit hinsichtlich des Familieneinkommens und des Arbeitsplatzes. Ein Siebentel der Befragten waren demnach "arbeitende Arme", die nicht genügend Geld für grundlegende Dinge wie Wohnung, Lebensmittel oder Strom hatten. Jeder Dritte glaubte zudem, dass sein Arbeitsplatz heute weniger sicher als vor zwei Jahren sei.

Menschen brauchen wirkliche Perspektive

Für die laut DGB erste internationale Gewerkschaftsumfrage wurden Menschen in 13 Ländern befragt: Belgien, Brasilien, Bulgarien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Indonesien, Japan, Mexiko, Südafrika, Großbritannien und den USA. Die Umfrage sei "eine Mahnung an die Staats- und Regierungschefs", erklärte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, am Dienstag in Berlin. Es müsse endlich Schluss sein mit der "falschen Kürzungspolitik und dem Abbau von Schutzrechten". Die Menschen brauchten eine wirkliche Perspektive für ihr Leben.

Die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), Sharan Burrow, warnte, "diese massive Front gegen die Regierungen und die Sparpolitik in so vielen Ländern" müsse zu einem "dringenden Umdenken auf globaler Ebene führen". Der "demokratische Vertrag mit den Wählern" sei in vielen Ländern gebrochen worden, erklärte sie in Brüssel.

Die Umfrage für den IGB spiegelt nach Angaben des Auftraggebers die Meinung von mehr als 1,4 Milliarden Menschen beziehungsweise von 20 Prozent der derzeitigen Weltbevölkerung wider. In jedem Land wurden etwa 1.000 Menschen befragt, insgesamt waren es 13.087 Befragte.


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