Algerien-Wahl mit geringer Beteiligung

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Bei der Parlamentswahl in Algerien hat sich am Donnerstag erwartungsgemäß nur eine geringe Beteiligung abgezeichnet. Die Regierung in Algier bezifferte sie bis zum Mittag mit etwa 15 Prozent. Die erste Wahl seit Aufhebung des langjährigen Ausnahmezustands vor 15 Monaten begann zunächst störungsfrei, stieß aber offenkundig auf wenig Interesse. Erste Ergebnisse wurden am Freitag erwartet.
Die rund 120 EU-Beobachter konnten bis Mittag keine größeren Unregelmäßigkeiten ausmachen. Premierminister Ahmed Ouyahia bezeichnete die Wahl als wichtige Etappe der Demokratie in Algerien, das in diesem Jahr den 50. Jahrestag seiner blutig erkämpften Unabhängigkeit von Frankreich feiert. Erstmals könnten die moderaten Islamisten stärkste Kraft werden und damit den Trend aus anderen Ländern der Region wie Ägypten und Tunesien widerspiegeln.
"Die jungen Menschen werden diese Wahl zu einem algerischen Frühling machen", sagte der Chef der "Bewegung für eine Gesellschaft in Frieden" (MSP) Bouguerra Soltani. Die MSP hatte zu Jahresbeginn die Regierungskoalition verlassen, um sich mit zwei kleineren islamistischen Parteien zu dem Bündnis "Grünes Algerien" zusammenzuschließen.
Während der Wahl galten verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Nach Angaben der Zeitung "El Watan" gab es allerdings im Westen der Hauptstadt Algier, in Ain Defla, drei Verletzte durch die Explosion eines Sprengsatzes. 120 Kilometer östlich von Algier gab es nach den gleichen Angaben im Weiler Bouderbala einen Toten bei der Explosion eines weiteren Sprengsatzes. Jugendliche attackierten zudem Berichten zufolge in der Gemeinde Saharidj zwei Wahlbüros und setzten Wahlurnen in Brand.
Um die 462 Abgeordnetenmandate bewarben sich Kandidaten von insgesamt 44 Parteien, darunter sieben islamistische und 21 neue Gruppierungen - von denen mehrere offensichtlich auf Betreiben des Regimes gegründet wurden. Den im Hintergrund herrschenden Militärs, denen der 75-jährige Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika seit 1999 als ziviles Aushängeschild dient, ist nach den vorjährigen Umwälzungen in Tunesien und Ägypten nicht daran gelegen, dass sich eine starke Einzelkraft herausbildet.












