Davutoglu: Plassnik akzeptiert türkische Identität nicht
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu hat versichert, dass das Veto gegen Plassnik als OSZE-Generalsekretärin nicht gegen Österreich gerichtet sei. Österreich habe eine Kandidatin nominiert, die eine umfassende europäische Identität der Türkei nicht akzeptiere.

Foto © APAhmet Davutoglu
"Wir haben nicht nur Österreich, sondern auch (das OSZE-Vorsitzland) Litauen informiert, dass es für uns unmöglich ist, eine Person in so einer wichtigen internationalen Organisation zu akzeptieren, die unsere europäische Identität zur Diskussion stellt", erklärte Davutoglu am Samstag in einem Fernsehinterview, wie die Zeitung "Hürriyet - Daily News" am Sonntag in ihrer Internetausgabe berichtete.
"Der Schritt der Türkei bedeutet kein Veto gegen Österreich", fügte Davutoglu hinzu. Aber Österreich habe eine Kandidatin nominiert, die eine umfassende europäische Identität der Türkei nicht akzeptiere. Der Außenminister verwies in diesem Zusammenhang auf eine Aussage Plassniks von 2008, wonach die Türkei, ein vorwiegend muslimisches Land, eine Alternative zu einer EU-Vollmitgliedschaft in Betracht ziehen solle.
Davutoglu sagte ferner, der von der Türkei präsentierte Kandidat für das OSZE-Generalsekretariat, Botschafter Ersin Ercin, habe innerhalb der 56 Staaten umfassenden Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bedeutende Unterstützung erhalten. Allerdings hätten Zypern und Armenien mit einem Veto gegen Ercin gedroht. Damit sei Ercin auf den zweiten Platz gerückt.
Weitere Kandidaten sind der Italiener Lamberto Zannier und der Portugiese Joao Soares. Litauen muss demnächst Plassnik oder einen anderen Kandidaten für das Amt nominieren. Eine Entscheidung wird dann im Konsens getroffen.













