Grün-Rot schafft Sensation bei Landtagswahlen
Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg kommt es zu einem historischen Machtwechsel. Nach ersten Prognosen müssen die Christdemokraten das Amt des Ministerpräsidenten nach fast 60 Jahren abgeben. Künftig könnte in Stuttgart ein Grüner regieren.

Foto © APAGrüner Spitzenkandidat Kretschmann könnte Ministerpräsident werden
Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg bahnt sich nach der Landtagswahl vom Sonntag womöglich ein historischer Wechsel an. Laut Hochrechnungen vom Abend müssen die Christdemokraten dort nach fast 60 Jahren die Macht abgeben. SPD und Grüne hatten zusammen einen hauchdünnen Vorsprung vor CDU und FDP. Erstmals in Deutschland könnte ein Grüner in Stuttgart den Ministerpräsidenten stellen.
Rot-Grün in Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz wird es nach fünf Jahren SPD-Alleinregierung wohl eine rot-grüne Koalition geben. Der Verlust der CDU-Bastion Baden-Württemberg wäre ein schwerer Schlag auch für die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel - sie verlöre damit den dritten CDU-Regierungschef innerhalb eines Jahres.
Während SPD und Grüne in Baden-Württemberg am Abend schon ihren Wahlsieg feierten, wollten Wahlforscher von Infratest dimap aber nicht ausschließen, dass es aufgrund des komplizierten Wahlrechtes doch noch eine Mehrheit der Mandate für die christlich-liberale Regierungskoalition geben könnte. Das Wahlrecht begünstigt die stärkste Partei bei der Regierungsbildung.
Niederlage für Merkel
Die CDU-Niederlage ist auch ein Debakel für die Parteichefin Merkel, die die Wahl im vergangenen Sommer bereits zur Entscheidung über das umstrittene Bahn-Projekt Stuttgart 21 erklärt hatte. Sollte Grün-Rot in Baden-Württemberg die Regierung übernehmen, steht hinter Stuttgart 21 wieder ein großes Fragezeichen.
Das FDP-Debakel dürfte auch die Personaldebatte über Parteichef Guido Westerwelle neu anheizen. Er hatte aber schon vor Schließung der Wahllokale deutlich gemacht, dass er als FDP-Vorsitzender und Außenminister "unter keinen Umständen" zurücktreten werde.
Im Bundesrat wird das schwarz-gelbe Lager bei einer Niederlage von CDU und FDP in Baden-Württemberg weiter geschwächt.
Die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, gratulierte dem Spitzenkandidaten der baden-württembergischen Grünen, Winfried Kretschmann, zum "Wahlerfolg". "Die deutschen Grünen haben sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz einen sensationellen Wahlerfolg hingelegt", so Glawischnig in einer Aussendung am Sonntag.












