Studentendemonstration mit Verletzten in Rom
Mit Demonstrationen, Sit-ins und Protestzügen haben italienische Studenten und Schüler in mehreren Städten gegen die Universitätsreform der Regierung Berlusconi demonstriert.

Foto © Reuters
Zu gewaltsamen Protesten kam es dabei in Rom. Eine Gruppe von vermummten Anarchisten ("Black Blocks") mit schwarzen Fahnen versuchten, die Polizeisperre zu umgehen und bis zur Abgeordnetenkammer vorzudringen, in der über den Misstrauensantrag gegen die Regierung Berlusconi abgestimmt wurde.
Auf der zentralen Via del Corso kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Polizisten. Dabei wurden drei Carabinieri und ein Demonstrant leicht verletzt. Mindestens zehn Studenten wurden festgenommen. Tausende Studenten beteiligten sich an vier Protestzügen in Rom. Einige vermummte Demonstranten griffen eine Bankfiliale an und warfen Tränengas und Knallkörper gegen die Polizisten. "Wenn die Regierung nicht stürzt, ist der Teufel los", skandierten die Demonstranten. Die Polizei hinderte die Studenten daran, bis zum Parlament zu ziehen. Hier fand die Vertrauensabstimmung statt, die über die Zukunft der Regierung Berlusconi entscheidet.
Die Universitätsreform ist vom Parlament bereits verabschiedet worden. Sie sieht vor allem beträchtliche Einsparungen im Universitätsbereich vor. Im Reformpaket heißt es, dass fünf Professoren, die pensioniert werden, jeweils nur durch eine Person ersetzt werden sollen. Die Doktoranden beklagen sich darüber, dass in den vergangenen Monaten tausende Studienstipendien gestrichen worden seien.
Universitäten sollen künftig eigene Manager für den Finanzbereich bekommen. In der Reform ist auch das Prinzip der Autonomie der Universitäten verankert, die eine größere Verantwortung im finanziellen, wissenschaftlichen und didaktischen Bereich übernehmen sollen. Mit der Universitätsreform will die Regierung Berlusconi die Zahl der Professoren pro Student reduzieren. Die Kosten der veralteten italienischen Universitäten seien zu hoch. Allein im kommenden Jahr will die Regierung im Universitätsbereich 700 Millionen Euro einsparen. Die Studenten warnen vor einer Privatisierung des italienischen Universitätssystems.













