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    Zuletzt aktualisiert: 09.11.2010 um 19:45 UhrKommentare

    Atom-Endlager in Skandinavien kein Problem

    Castor-Behälter sind endlich im deutschen Gorleben angekommen, doch der Streit um Atomabfälle tobt weiter. Gemeinden in Finnland und Schweden hingegen reißen sich um ein Endlager.

    Anti-Atomproteste wie zuletzt auf dem Weg der Castor-Behälter nach Gorleben kennt man in Skandinavien nicht

    Foto © APAnti-Atomproteste wie zuletzt auf dem Weg der Castor-Behälter nach Gorleben kennt man in Skandinavien nicht

    In Deutschland weckten die Castor-Transporte wieder die Emotionen. Der Zug mit atomaren Abfällen ist zwar gestern - nach massiven Protesten und Polizei-Großeinsätzen - 93 Stunden nach seiner Abfahrt im Zwischenlager Gorleben angekommen. Doch die Frage eines Endlagers bleibt ungelöst - und das nicht nur in Deutschland, sondern in vielen europäischen Ländern. Die deutsche Regierung plant jetzt angeblich, Atommüll aus der einstigen DDR-Kernforschungsanlage Rossendorf mit 18 Castor-Behältern in einem russischen Atomzentrum im Ural zu "entsorgen".

    In Nordeuropa kennt man die deutschen Atomsorgen nicht. Schweden hatte zwar als erstes Land der Welt 1979 per Volksabstimmung den schrittweisen Ausstieg aus dem Kernzeitalter beschlossen. Die seit 2006 regierende bürgerliche schwedische Regierung beschloss aber den Ausstieg aus dem Ausstieg und den Neubau von Reaktoren, sollte sie wiedergewählt werden. Sie gewann die Wahlen im vergangenen September deutlich, wobei die Atomfrage im Wahlkampf so gut wie keine Rolle gespielt hatte. Derzeit gibt es in Schweden zehn Reaktoren in drei AKW.

    Der Standort für ein Atom-Endlager steht bereits fest. Gleich zwei Gemeinden in der Nähe des Atomkraftwerkes bei Österhammer, 130 Kilometer nördlich von Stockholm, hatten sich beworben - wegen der zu erwartenden Arbeitsplätze und finanzieller Anreize. Widerstand in der Bevölkerung gab es kaum. Greenpeace musste erst deutsche Aktivisten "importieren", um etwas Schwung in die lokale Atomgegnerschaft zu bringen.

    Granitböden in Schweden sicherer

    Obwohl es auch in Schweden eine Reihe von AKW-Störfällen gab, ist das Vertrauen in staatliche Institutionen wie die Strahlenschutzbehörde groß, zumal Geologen bescheinigen, dass die Granitböden in Schweden deutlich sicherer seien für ein Endlager als etwa das in Salzstöcken geplante Lager in Deutschland.

    Auch beim Nachbarn Finnland gilt die stabile Bodenstruktur Geologen als besonders sicher für den Bau von Endlagern. Die Atomkraftfürsprecher treffen in Finnland auf noch weniger Widerstand als in Schweden. Dort wird demnächst ein neuer Reaktor eröffnet - der erste in Europa seit dem Unfall in Tschernobyl 1986. Und ab 2020 wird es in Finnland das erste betriebsbereite Atommüll-Endlager der Welt geben. In der dafür auserwählten Gemeinde Olkiluoto an der Südwestküste ist man stolz auf den Bau, der flott vorangeht.

    Wenn in zehn Jahren die ersten Tonnen Nuklearabfall in 420 Meter Tiefe eingelagert werden, soll das neue Arbeitsplätze schaffen. Brennstäbe aus ganz Europa könnten dort untergebracht werden. Schon heute ist die Baustelle eine Touristenattraktion: Schulklassen pilgern dorthin und die Schüler lesen beeindruckt in Broschüren: "Dieses Lager wird die nächsten 100.000 Jahre unbeschadet überstehen!"

    ANDRE ANWAR, STOCKHOLM ERNST HEINRICH

    Fakten

    Im Zwischenlager in Gorleben befinden sich nach Angaben des Betreibers, der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), mit der Ankunft des jüngsten Transports 102 Castoren voll hochradioaktiver Abfälle. Der nächste Transport aus La Hague ist für 2011 geplant. Weitere Castoren aus der britischen Aufarbeitungsanlage Sellafield werden voraussichtlich in den Jahren 2014 bis 2017 folgen.

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