Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 03. September 2014 06:47 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Sanktionen nützen den Konsumenten Separatisten fordern Sonderstatus für Ostukraine Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Außenpolitik Nächster Artikel Sanktionen nützen den Konsumenten Separatisten fordern Sonderstatus für Ostukraine
    Zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 um 13:53 UhrKommentare

    Christian Wulff im Porträt

    Christian Wulff hat einen steinigen Weg der Karriere hinter sich. Selbstzweifel hatte er trotz aller Hürden nie gehabt.

    Christian Wulff

    Foto © APChristian Wulff

    Selbstzweifel sind Christian Wulffs Sache nie gewesen: Mit nur 34 Jahren traute er sich als politischer Nobody im Jahr 1994 die Spitzenkandidatur gegen den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren deutschen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) zu. Dass der Machtwechsel erst im dritten Anlauf klappte, entmutigte ihn nicht. Als Ministerpräsident in Hannover gab er sich dann betont bescheiden. Ihm fehle "der unbedingte Wille zur Macht", sagte er erst vor zwei Jahren. Dabei arbeitet der heute 50-Jährige seit zwei Jahrzehnten konsequent daran, sich für höhere Ämter zu empfehlen.

    Steiniger Karriereweg

    Vor zwei Jahren sagte Wulff in einem Interview, er sei nun einmal kein Alpha-Tier, und wies damit Spekulationen zurück, er wolle Bundeskanzler werden. Demonstrativ gab er nach der gewonnenen Landtagswahl in Niedersachsen 2008 sogar den CDU-Landesvorsitz ab und ließ dem damals erst 37-jährigen CDU-Fraktionschef David McAllister den Vortritt. Für alle Insider aber war klar, dass es nicht wirklich um Machtverzicht ging, sondern nur darum, der Macht in Berlin auf seinem eigenen Weg näher zu kommen.

    Der Anfang seines Karrierewegs war dabei durchaus steinig: Nach der Niederlage 1994 kassierte er 1998 bei der Landtagswahl in Niedersachsen seine zweite Schlappe gegen Schröder, der daraufhin SPD-Kanzlerkandidat wurde. Erst 2003 schaffte er den Machtwechsel und gewann gegen SPD-Ministerpräsident Sigmar Gabriel. Aus dem manchmal verbiestert wirkenden Oppositionsführer machte der Sieg einen souveränen Regierungschef.

    Die Wiederwahl Anfang 2008 war nicht zuletzt seinem sicheren Instinkt geschuldet. Selbst die Trennung von seiner langjährigen Ehefrau Christiane im Sommer 2006 ging Wulff offensiv an. Mit seiner Entscheidung für die Ehe mit der deutlich jüngeren Bettina Körner konnte er selbst in den ländlichen CDU-Stammlanden Osnabrück und Oldenburg bestehen. Aus dieser Ehe stammt der heute zweijährige Sohn Linus.

    Seine 17-jährige Tochter Annalena aus erster Ehe trifft Wulff regelmäßig. Was Beziehungsbrüche für Familien bedeuten, weiß er nur zu gut: Sein Vater verließ die Familie, als Wulff kaum ein Jahr alt war, der Stiefvater ließ sich scheiden, als Wulff 14 Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt erkrankte die Mutter an Multipler Sklerose, Wulff übernahm Verantwortung für die Pflege und die Erziehung der jüngeren Schwester.

    "Wackel-Wulff"

    Auch als Landesvater schien der gelernte Jurist allgegenwärtig. Die CDU und ihr Koalitionspartner FDP setzten in Niedersachsen konservative Duftmarken etwa durch das Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem, und sie zeigten Härte gegenüber den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes bei den Tarifverhandlungen. Wulff lächelt viel und handelt unnachgiebig. Unauffällig, aber offenbar höchst effizient inszeniert er sich immer wieder auch bundespolitisch in seiner Rolle als Vize-Chef der CDU. Ausgerechnet von seinem früheren Angstgegner Schröder hat sich Wulff viel abgeschaut. Wie Schröder holt er Problemthemen zuweilen dadurch vom Tisch, dass er Forderungen des politischen Gegners übernimmt. "Wackel-Wulff" nennt ihn deshalb empört die Opposition.

    Auch die spektakuläre Berufung der 37-jährigen türkisch-stämmigen Muslimin Aygül Özkan zur Sozialministerin in Hannover war wohl ein Coup, um bundesweit Aufmerksamkeit zu erlangen. Diese Berufung diente nebenbei dem Zweck, den vielleicht einzigen schwerwiegenden Fehler in der Selbstdarstellung auszubügeln: Zu Weihnachten 2009 flog Wulff mit Familie nach Florida, zahlte Economy, ließ sich aber von Air Berlin ohne Zuzahlung in der Business Class fliegen. Vor dem Landtag räumte Wulff später den Verstoß gegen das Ministergesetz unumwunden ein, zahlte knapp 3.000 Euro nach. Künftig kümmern sich andere um seine Beförderung.


    Mehr Außenpolitik

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Lawrow warnt Kiew

      Das Bemühen der Ukraine um eine Nato-Mitgliedschaft behindere eine Fried...Noch nicht bewertet

       

      Politik im Bild

      Zweiter Weltkrieg: Kranzniederlegung in Wien 

      Zweiter Weltkrieg: Kranzniederlegung in Wien

       

      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       


      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!